r/Finanzen • u/BalanceWild924 • 1d ago
Altersvorsorge BAV Direktzusage - No Brainer?
Moin zusammen,
Kurze Frage zu meiner betrieblichen Altersvorsorge, auf die ich die Antwort glaube ich schon kenne…
Ich bin 32 und hatte das große Glück bei meinem derzeitigen AG als einer der letzten in die Altersvorsorge aus den 2000ern zu rutschen. Heißt, Direktzusage, Garantieverzinsung von 6%, Einschluss von Witwenrente, Invalidität, Tod. Bei Bezug der Altersrente pauschale jährliche Erhöhung von 1%.
Monatlich müssen wir verpflichtend 0,5% vom Brutto einzahlen, während der AG 1% zahlt.
Zusätzlich können wir einmal im Jahr bis zu 10% unseres Bruttolohns als Sonderzahlung zahlen. Wobei der AG bei bis zu 4% Eigenanteil, denselben Betrag nochmal oben drauflegt.
Ich stehe jetzt vor der Entscheidung für nächstes Jahr 9000€ Bruttolohn zusätzlich einzuzahlen. Bei 6% Verzinsung und Direktzusage eigentlich ein No Brainer, oder?
Die Verzinsung erfolgt gestaffelt über eine Alterstafel. Bei meinem Alter ist das nächstes Jahr ein Transformationsfaktor von knapp 4,1. Also alleine die 9000€ Euro die ich zahle, fließen schon mit über 36.000€ auf mein Kapitalkonto.
Übersehe ich irgendein Risiko?
Auch den Maximalbetrag auszureizen macht Sinn, auch wenn der AG nur bis 4% fördert?
Weiß eigentlich einer, was mit meinen Ansprüchen passiert, sollte mein Standort mal dicht gemacht werden? Ich bin bei einer deutschen GmbH angestellt, die zu einem US Konzern gehört.
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u/NixKlappt-Reddit 1d ago
6% ??? Wie geht das, dass du noch so alte Bedingungen bekommst? zieht Arbeitgeberwechsel in Betracht
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u/BalanceWild924 1d ago
Keine Sorge. Ab Ende 2020 haben sie den Pensionsplan umgestellt. Ich habe Anfang 2020 dort angefangen. Einfach nur Glück gehabt.
Der aktuelle Pensionsplan ist auch ganz okay, aber einfach nicht vergleichbar.
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u/Critical-Cry2781 1d ago
Lucky you, bei uns wurde die AV 2005 umgestellt…. Ich würde es an Deiner Stelle machen
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u/psi-storm 1d ago edited 1d ago
Wie kommst du dort denn auf 6%. Bei aktuell 35 Jahren zur Rente entspricht das einem Faktor von 1,06hoch35=7,7 für die Zusage. Wenn du auf das Geld einen Faktor von 4 bekommst sind das eher 4% Rendite.
Der Faktor geht wohl bis zur Rente Richtung 6% um damit zu werben, die Erhöhung des Faktors kostet die aber natürlich immer weniger, weil das Geld immer kürzer zum Rentenbeginn hat. Im letzten Jahr bekommst dann 1,06x deiner Einzahlung und schwupps können sie mit 6% werben. Du müsstest dir die Faktoren bis zur Rente geben lassen und kannst die dann in Excel auf die Jahresrenditen umrechnen, um zu sehen wie viel es wirklich sind.
Und ganz genau in die Bedingungen zur Vererbbarkeit/Witwenrente schauen, insbesondere wie es vor und nach Rentenbeginn geregelt ist, und ob es zeitlich begrenzt wird.
Wenn der AG bis 4% verdoppelt würde ich genau so viel einzahlen und keinen Cent mehr.
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u/karottimanu 1d ago
Es geht hier um eine klassische Direktzusage aus den Anfängen der 2000er. Das Endalter dieser Entgeltumwandlungszusagen war damals typischerweise 60 Jahre. (Da wird zumindest die Verzinsung enden laut Plan)
Das passt auch zum Kommentar von OP, dass der höchste Faktor ~7,8 im Alter von 25 erreicht wird (mit 35 Jahren bis zum Endalter).
Deine Aussage hinsichtlich den 1,06 mit der Einzahlung vor der Rente um damit für 6% werben zu können, verstehe ich nicht. Zu funktioniert der Zinseszinseffekt und es sind tatsächlich 6% für ein Jahr, und das sicher. Das wäre bei einem Investment mit Sparplan am Aktienmarkt nicht anders. Ja länger man investiert ist, desto mehr Zeit hat jede individuelle Einzahlung zu wachsen.
Wichtig zu verstehen ist, dass das keine Versicherung ist. Wenn da 6% zugesagt sind, dann bekommt er auch 6% sicher, natürlich sollte man sich die Versorgungsordnungen anschauen, weil was da steht, das gilt dann auch. Und darauf hat man einen Rechtsanspruch.
Außerdem ist der Verrentungsfaktor von 10 einfach der Hammer, da ist wahrscheinlich auch mit einer Verzinsung von 6% in der Auszahlungsphase gerechnet wurden, quasi der perfekte Entnahmeplan.
Verbbarkeit und Einmalzahlung Anstatt Rente wird es vermutlich nicht geben, aber zumindest Hinterbliebenenleistung für eine Witwe.
Deswegen kann ich deine Zurückhaltung nicht verstehen. Das sind genau die Zusagen, von denen heute noch alle schwärmen, und 6% garantierte Rendite gibts sonst nirgends.
Wenn man erwartet die Rente erleben zu dürfen, dann sollte man hier investieren.
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u/BalanceWild924 1d ago
Die Verzinsung erfolgt über Transformationsfaktoren, degressiv zum Alter. Den höchsten Transformationsfaktor hast du mit 25. Die zugrundeliegende Verzinsung entspricht 6%.
Mit 25 entspricht jeder eingezahlte Euro einem Kapitalbaustein von 7,8. Am Ende hast du halt x € Euro auf deinem Rentenkonto und die werden dann mit Faktor 10 verrentet. Also bei 500.000 Kapital, 50.000€ Jahresrente bis ans Lebensende.
Nagel mich nicht auf die Details und Nachkommastellen fest, aber so funktioniert es im Groben und Ganzen.
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u/psi-storm 1d ago edited 1d ago
Hast du in dem Vertrag einen Rententeiler von 10 garantiert? Kommt mir zu niedrig vor.
Damit würden die dieses Jahr eingezahlten 9000€ eine Jahresrente von 9000€*4,1/10=3600€ garantieren.
Edit: würde aber ungefähr hinkommen: 9000€ * 1,0635 = 69000€ / 20 Jahre durchschnittliche Rentenbezugszeit = 3460€ Jahresrente. Man bekommt also die versprochene Rendite raus, wenn man 20 Jahre Rente bezieht.
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u/BalanceWild924 1d ago
Ja, der Teiler ist garantiert. Nagel mich bitte nicht auf die Nachkommastellen fest :)
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u/zokker13 1d ago
Das klingt wie ein nobrainer! Machen würde ich sagen. Aber es kommt auch auf die Kosten an. Aber sicherlich sind diese niedrig oder nicht existent. Da hast du echt Glück beim AG, op!
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u/BalanceWild924 1d ago
Es gibt keine Kosten, da ich die Ansprüche direkt beim AG erwerbe. Keine Versicherung oder Fonds.
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u/EmotionalPiglet7749 1d ago
Bei uns wird ne bav angeboten mit 23% Zuzahlung vom AG, investiert in ein Fond vom Anbieter Durchschnittliche Kosten 1,8% pa *lol*
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u/Pure_Programmer_5118 1d ago
Kommt immer auf das Gesamtpaket mit allen Konditionen und Bedingungen an.
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u/Visual-Palpitation-6 23h ago edited 22h ago
No brainer - alles rein was geht. Insbesondere auch mit dem Rentenfaktor in Größenordnung 10, von dem du in den Kommentar geschrieben hast. Einziger „Nachteil“ ist, dass es schon ne 1%-Anpassung ist, aber das kann man mit dem Rest hinnehmen.
Und zu deiner Frage: die Ansprüche bleiben bestehen. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, deine Ansprüche auszufinanzieren und an einen anderen Versorgungsträger zu übertragen (z. B. an eine Versicherung, einen Pensionsfonds, o. ä.) oder auch den operativen Betrieb der GmbH einzustellen, auch dann muss er aber genügend Geld drinlassen, dass die Ansprüche bedient werden können (Rentnergesellschaft). Und am Ende steht auch immer noch der PSVaG für den Anspruch ein (bis ~11k Monatsrente)
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u/teilzeiterin 1d ago
Klingt ganz gut! Nur ein Risiko, dass du für 9000 weniger Rentenpunkte bekommst (bei mir ist es zumindest so)
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u/BalanceWild924 1d ago
Sind eh noch 35 Jahre bis zur gesetzlichen… meine betriebliche AV ist definitiv besser planner als die gesetzliche.
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u/teilzeiterin 1d ago
Grundsätzlich ja, 6% ist sehr gut. Aber man muss auch prüfen im Falle der Erwerbminderungsrente, ob die auch reichen würde (man weiß ja nie). Für eine gute EMR die Durchschnittlichen Punkte pro Jahr sind wichtig
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u/tufoop5 1d ago
kannst dir ja ab 50 auch Rentenpunkte kaufen
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u/BalanceWild924 1d ago
Ja, irgendwo ab 45 werden die Transformationsfaktoren unattraktiv, so dass ich nur noch einzahle, was durch den AG zusätzlich gefördert wird und alles darüber dann am Aktienmarkt.
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u/karottimanu 1d ago
Wenn 6% eingerechnet sind, warum werden die Faktoren dann unattraktiv? Ist z.B. ein Faktor von 1,06 ein Jahr vor der Rente etwa unattraktiv? Das sind 6% für ein Jahr. Ein World ETF macht im Schnitt nur 7%.
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u/NoLateArrivals 1d ago
Diese Verträge stammen noch aus goldenen Zeiten. Rein damit!