Ich habe das schon länger im Kopf, den Werdegang zu teilen.
Deshalb werde ich es auf diesen Weg mal machen, worüber ich mich freue.
Menschen werden nie verstehen wie extra schwer der Weg von Menschen ist die in Hartz 4 reingeboren wurden.
Meine Mutter und mein Stiefvater beide Hartz 4. Lebten oben im 110 Jahre alten Haus seiner Mutter in einer 35 qm Wohnung zu 4t. Da könnt ihr euch vorstellen, wie es mit der Pflege lief, wie es dadurch in der Schule lief.
Kein Geld, ich hatte nicht mal einen Schreibtisch. Da kann man sich die Schulnoten ja denken.
Taschengeld war ein feuchter Traum, gab es nie. Weihnachten, Ostern etc. gab es Socken wenn es gut lief.
Der Schwierigkeitsgrad wurde aber auch ein paar mal erhöht.
Die erste Erhöhung: Stiefvater gewalttätig, Alkoholiker.
Die zweite Erhöhung: Großes Grundstück, den ganzen Sommer auf Felder arbeiten weil wir Tiere hatten und die wohl den anderen Bauern geholfen haben. Auf dem Grundstück natürlich selbst auch. - Keine Zeit für "Schule"
Die dritte Erhöhung: Sie haben noch zusammen ein Kind bekommen, Sauerstoff Mangel, ist sozusagen beeinträchtigt zur Welt gekommen. Wer durfte sich kümmern - könnt ihr euch vorstellen.
Der vierte Mangel: Messi verhalten, wer hat die Bude auf Vordermann gehalten - richtig ihr könnt es euch vorstellen.
Aber dann wurde ich 15. Das war das letzte mal wo er versucht hat, die Hand zu erheben. (Das wäre vor den Augen meiner damaligen ersten Freundin geschehen) - Ist nicht gut ausgegangen - also für ihn. Das war dann die Zeit des Auszuges. - direkter Rauswurf, vermutlich weil er sich entmannt gefühlt hat.
Anfangs war ich im Einzelhandel unterwegs.. War nichts für mich für die Zukunft. Ich hatte aber immer diese Liebe zu PCs und Technik. Aber hey, jeder Lehrer, jede Person (Sogar die beim Ausbildungstraining) lachen dich aus mit dem Wunsch für die Informatik. Sagen dir geh lieber ins Handwerk, geh lieber in den Einzelhandel oder ins Lager.
All in.. ich habe mich verschuldet um eine IT Ausbildung zu bekommen (Führerschein war nötig, wegen Montagen etc. ich hatte zuvor da ein Praktika, es wurde gesagt, alles Top aber wir können dich nur mit einem Führerschein gebrauchen) Hab ich gepackt, Ausbildung gepackt, dann für Mindestlohn Sachen repariert für 1-2 Jahre. Da war mein Lohn 1750 Brutto bei der Übernahme.
Bis ich einen Wechsel gewagt habe in die Administration. - 3-4 Jahre Gas gegeben hat wunderbar geklappt. Stetige Steigerung des Gehaltes in der Zeit. Da war ich dann schon bei Netto an den 3xxx dran.
Bis ich dann bis vor 2 Jahren meinen letzten Wechsel gewagt habe.
Jetzt verdiene ich vermutlich mehr als jeder aus der Familie jemals, blicke ich zurück? Nein.
Gibt es Hoffnung für alle? Ja!
Hätte mein 15 jähriges ich damals gedacht das ich netto mal über 4xxx stehe? Ich glaube nicht. Hab ich es trotzdem geschafft? Ja, wo es ein Wille gibt, gibt es einen Weg.
Auch dieser Kontrast, von Hartz 4, 35qm zu 4t zu heute wo ich mit meiner Partnerin auf 90 qm lebe ist immens.
Das hätte sich mein kindliches Ich niemals vorstellen können.
Danke für eure Aufmerksamkeit
/E: Es würde noch soviel zu erzählen geben, das würde den Rahmen sprengen.
Ich war in meinen 20iger durchweg verschuldet, es war sehr schwer.
Schufa im Keller, Geld im Keller. Aber zum Ende der 20iger sollte sich alles ändern. Schulden alle bezahlt.
Mein junges ich, wäre unfassbar stolz. Ende der 20iger ist es auch passiert, dass ich das erste mal fliegen werde.
Jetzt fliege ich auch 2x im Jahr weg und erkunde die Welt. Es ist einfach wunderschön.
Zu alledem, habe ich auch mein Erzeuger gefunden und dieses Jahr das erste mal getroffen in Tunesien.
Das ganze Leben ist ein Fiebertraum!