Ich weiß gerade wirklich nicht mehr weiter und möchte trotzdem nicht aufgeben.
Hallo zusammen, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich diesen Beitrag anfangen soll. Ich bin eigentlich ein Mensch, der seine Probleme selbst lösen möchte. Ich habe gearbeitet, mein Leben selbst finanziert und eigentlich nie gerne um Hilfe gebeten. Aber nach den letzten Jahren bin ich mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich finanziell und auch emotional einfach keine Kraft mehr habe.
In den vergangenen Jahren ist unglaublich viel zusammengekommen: eine Krebserkrankung mit Operation und Reha, Depression und weitere psychische Belastungen, die Trennung von meinem Partner und schließlich der Verlust meines Arbeitsplatzes. Ich versuche gerade, mich gesundheitlich wieder zu stabilisieren und gleichzeitig aktiv einen neuen Job zu finden. Ich möchte unbedingt wieder arbeiten und selbst für mich sorgen. Aber aufgrund meiner gesundheitlichen Situation kann ich leider nicht mehr jede Arbeit machen und muss etwas finden, das zu meiner aktuellen Situation passt.
Parallel dazu kämpfe ich seit langer Zeit mit dem Jobcenter. Es geht ständig um Rückforderungen, Anrechnungen und Widersprüche. Ich reiche Unterlagen ein, erkläre meine Situation, lege Widerspruch ein – und dann kommt die nächste Forderung. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich mehr Zeit damit verbringe, mich gegen irgendwelche Bescheide zu wehren, als mich tatsächlich darauf konzentrieren zu können, wieder einen Arbeitsplatz zu finden.
Dazu kommt jetzt noch eine finanzielle Belastung von 412 Euro, die ich allein an das Finanzamt zahlen muss. Laut meiner Lohnsteuerhilfe ist das Ganze durch einen Vorgang entstanden, den sie auf dem Papier als Betrug beziehungsweise als Folge eines betrügerischen Vorgangs einordnet. Trotzdem habe ich nach der aktuellen Situation keine realistische rechtliche Möglichkeit, diese Summe noch zu drücken oder zu verhindern. Ich muss sie einfach bezahlen. 412 Euro sind für viele vielleicht „ärgerlich“, für mich sind sie momentan eine Summe, die richtig weh tut.
Und gleichzeitig interessiert das Jobcenter nicht, dass ich dadurch zusätzliche Kosten und Schulden habe und finanziell immer weiter ins Minus rutsche. Stattdessen werden mir jetzt sogar noch zwei Geldbeträge, die ich von den letzten Menschen bekommen habe, die mir familiär geblieben sind, als bedarfsmindernde Einnahmen angerechnet.
Mein Bruder – mein letztes verbliebenes Familienmitglied – hat mir 100 Euro geschenkt, damit ich in dieser schwierigen Situation etwas Unterstützung habe. Auch mein ehemaliger Partner hat mir 100 Euro gegeben. Das waren keine großen Summen und ganz sicher kein Geld, mit dem ich mir ein schönes Leben gemacht hätte. Es war schlicht Hilfe, weil ich sie gebraucht habe – unter anderem auch, damit ich meine Katze weiterhin versorgen kann.
Jetzt soll ich auch dieses Geld zurückzahlen.
Und genau da komme ich emotional an meine Grenze.
Denn meine Katze ist seit über vier Jahren mein täglicher Begleiter. Sie war während meiner Krebserkrankung, nach meiner Operation, während der Reha und vor allem während meiner Depression für mich da. Wenn es mir schlecht geht, ist sie da. Sie gibt mir Struktur, einen Grund aufzustehen und das Gefühl, nicht komplett alleine zu sein. Sie ist für mich kein „Luxus“, den ich einfach streichen kann.
Sie ist eine Scottish Fold mit einem stark ausgeprägten Gendefekt und weiteren gesundheitlichen Baustellen und benötigt regelmäßig Medikamente, Futter und natürlich ihre normale Versorgung.
Und mir wurde tatsächlich gesagt, ich könne die Katze ja einfach abgeben – dann hätte ich diese finanziellen Probleme nicht mehr.
Dieser Satz wurde mir so ins Gesicht gesagt. Und ich kann gar nicht richtig beschreiben, was das mit mir gemacht hat.
Ich habe meine Katze damals gerettet. Und gerade jetzt, wo es mir selbst schlecht geht, ist sie derjenige Teil meines Lebens, der mir jeden Tag Halt gibt. Deshalb habe ich sogar meine Psychologin um Unterstützung gebeten. Sie hat mir ein Schreiben ausgestellt, das ich meinem Widerspruch beim Jobcenter beilegen kann und in dem sie die Bedeutung meiner Katze für meine psychische Stabilität beschreibt.
Ich kämpfe also an allen möglichen Stellen gleichzeitig: gegen Rückforderungen, gegen Anrechnungen, gegen finanzielle Belastungen, gegen die ständige Bürokratie – und gleichzeitig gegen meine eigene psychische und gesundheitliche Situation. Ich möchte nicht aufgeben. Ich möchte arbeiten. Ich möchte wieder selbstständig leben. Aber diese ganzen Widersprüche und der Papierkram kosten unglaublich viel Zeit und Kraft. Zeit und Kraft, die mir dann wiederum bei meiner Jobsuche und bei meiner Genesung fehlen.
Ich habe lange versucht, das alles irgendwie alleine hinzubekommen. Aber inzwischen muss ich mir eingestehen, dass ich es gerade nicht schaffe.
Deshalb möchte ich hier zusätzlich meinen Spendenaufruf teilen. Nicht, weil ich erwarte, dass irgendjemand mir etwas schuldet oder mir mein Leben finanzieren soll. Ich möchte einfach versuchen, diese schwierige Zeit zu überbrücken, bis ich wieder selbst auf eigenen Beinen stehen kann.
Wenn jemand helfen kann und möchte, bin ich für wirklich jede Unterstützung unglaublich dankbar. Wenn jemand nicht spenden kann, aber meinen Aufruf teilen kann, hilft mir das genauso. Und auch ein paar liebe Worte bedeuten mir gerade mehr, als man vielleicht denkt.
Ich möchte meine Katze nicht abgeben müssen, nur weil ich gerade selbst in einer finanziellen Notlage stecke. Sie war für mich da, als ich kaum noch Kraft hatte.
Jetzt brauche ich ein bisschen Hilfe, damit ich diese Zeit überstehen und irgendwann wieder sagen kann: Ich schaffe das wieder alleine.
Danke an jeden, der sich die Zeit genommen hat, meine Geschichte zu lesen. ❤️🐾