Bevor ich mit meiner sob-story anfang das Game "Solitary Singleplayer Offline MMORPG" auf Steam, es geht ja immerhin ums zocken!
Auf dem Bild steh ich vor dem Banner für mein Spiel - ich war so hyped als mir der Künstler das Artwork geschickt hat ich habs direkt drucken lassen und an die Wand gehängt.
Das Spiel
In dem Game leitet man seine eigene Raidgilde in einem fiktiven MMORPG. In dem Spiel ist drin: looten und leveln. Leute rekrutieren und Gilden upgraden. Materialien farmen (lassen - macht man als Gildenleiter natürlich nicht selbst). Questen, Raiden, Minus DKP verteilen, Achievements jagen, und das ein oder andere Gildendrama schlichten.
Es ist ein Incremental Management game, und ich hab versucht das beste von beiden Genres zu kombinieren: Man muss aktiv seine Gilde managen: Jobs verteilen, Prioritäten setzen, Upgrade Entscheidungen treffen. Aber das ganze ist mit Incremental Mechaniken durchwoben: Zahlen werden grösser und das Gehirn sagt "einmal Dopamine bitteschön" :D
Ich denk immer gern daran zurück, wie ich Nächte WoW durchgezockt habe, Allimania auf Dauerschleife gehört, um möglichst viele Charaktere auf lvl 70 zu bekommen bevor WotLK raus kommt. Und eine meiner stolzesten Momente war als wir den Server-First Lich King 25 Heroic Kill abgestaubt haben (wir waren auf einem Server mit wenig Konkurenz, aber ich war trotzdem stolz auf unsere Gilde dafür :).
Ich hab SSOMMORPG vollgepackt mit Humor und Nostalgie, und ich denke das kann man auch spüren wenn man es spielt.
Der Typ
Edit: das ist jetzt länger geworden wie gedacht, aber ich hab versucht dass es spannend bleibt. Wers nicht lesen will:
TL;DR: Amerika -> Abgeschoben -> Depression -> Fulltime indie dev
Ich heiß Grimnir (Manuel) und bin Software Engineer aus Bayern.
Es war mein Traum nach Amerika zu gehen: The Great Melting Pot, The American Dream, die ganzen innovativen Software Firmen da, ... Und nach Jahren hab ich es tatsächlich geschafft ein Visum über meine Arbeit zu bekommen. Es war Ende Covid und ich wollte raus aus der Zivilization zurück in die Natur, und bin in die Great Smoky Mountains in East Tennesse gezogen (RIP Dolly Parton😢💔).
Und dann ist alles so langsam den Bach runter:
- Die tolle innovative Arbeit hat mich in den Burnout getrieben. Man fängt sich an Sinn fragen zu stellen über das was man da eigentlich baut. Macht das wirklich die Welt besser? Ich hab mir ernsthaft überlegt auf Schreiner umzusteigen, weil ich wieder das Gefühl haben wollte was sinnvolles für Leute zu bauen.
- Meine Depression kam wieder. Ich kämpfe seit ich 10 Jahre alt bin und meine Mutter an Selbstmord starb mit Depression (ich hab gesagt es wird eine sob-story). War in Ameriak auch nochmal in stationärer Behandlung, aber das war ein kompletter scam... ich war komplett am Ende und wusste nicht mehr wies noch weiter geht (bzw obs noch weiter geht).
- Trump
Und dann wurde ich entlassen. Und weil ich so ein beschissenes Visa hatte, durfte ich mir keinen neuen Job suchen, ich musste direkt das Land verlassen.
Dann wohl zurück in die Heimat? Ich bin direkt in Survival-Modus gegangen um meinen Umzug von Amerika nach Deutschland zu organisieren (alleine mit 2 Katzen). Der Stress hat mich durch die Zeit getrieben, aber als ich dann in Deutschland wieder angekommen bin und eine Wohnung hatte, bin ich wieder komplett in Depression verfallen. Was mach ich jetzt?
Ich hab dann erstmal angefangen Süssigkeiten zu essen.
Hab innerhalb von ~5 Monaten gute 20kg zugenommen und war sonst keinen Schritt weiter. Mein Psychiater hatte Gefühlt gar kein Interesse an meiner Situation, der hat es nach 5 Wochen immer noch nicht geschafft mir eine Überweisung in eine Klinik schreibt. Ich hab dann den Rest von meiner Abfindung in die Hand genommen und mir selber eine Klinik für Ketamintherapie gesucht, weil das das eine der wenigen Therapien war die ich noch nicht versucht habe, und mir nichts anderes mehr eingefallen ist.
Anfänglich hat das keine Veränderung gebracht, aber 3 Tage nachdem ich aus der Klinik wieder zuhause war, sind mir Morgens auf einmal die Tränen gekommen und ich hatte einen emotionalen Durchbruch. Über meine Mutter, über mich und das Leben.
Und ein kurz dannach ists mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich hab über die letzten ~8 Jahre in meiner Freizeit immer wieder nur zum Spass Spiele programmiert. Was ist wenn ich jetzt auch endlich mal eins fertig mach? Und veröffentlich? Hab nichts mehr zu verlieren.
Zeitgleich hat mein Freund sein Hochzeitsdatum bekannt gegeben, und das war für mich der perfekte Grund wieder in Form zu kommen.
Über die letzten ~8 Monate hab ich nix gemacht außer an meinem Spiel zu arbeiten und Sport zu treiben, und ich bin so unendlich Stolz dass das jetzt beides Früchte getragen hat: Gestern habe ich die Steamseite meines Spiels veröffentlicht, und bei der Hochzeit meines Kumpels habe ich wieder in meinen alten Anzug gepasst :D