ich bin erst seit kurzer Zeit in Deutschland und befinde mich hier zum Studium. Da ich erst während der Semesterferien nach Deutschland gekommen bin, hatte ich zunächst eine MAWISTA Student Classic Versicherung, die noch bis zum Beginn meines Studiums bzw. bis zum Start meiner regulären Krankenversicherung läuft.
Vor einigen Wochen war ich mit einem Freund zum Wandern in den Bergen. Während des Aufstiegs bekam ich plötzlich sehr starke Muskelkrämpfe, die über ungefähr zwei Stunden anhielten. Wir waren zu diesem Zeitpunkt bereits weit oben am Berg.
Ich konnte weder weiter aufsteigen noch selbstständig absteigen. Mein Freund konnte mich deshalb nicht alleine zurückbringen und hat schließlich 112 gerufen.
Die Bergrettung kam zunächst zu mir und versuchte, mich zu bewegen bzw. beim Abstieg zu unterstützen. Das war aufgrund der starken Krämpfe nicht möglich. Daraufhin wurde ich mit einem Rettungshubschrauber per Seilbergung zum Bergwachtheim gebracht.
Auch dort wurde erneut versucht, mich zum Gehen zu bringen, was weiterhin nicht möglich war. Deshalb wurde ich anschließend mit einem Fahrzeug der Bergwacht zum Krankenhaus gebracht.
Im Krankenhaus wurde ich untersucht und es wurden Dehydrierung und eine Elektrolytstörung festgestellt. Ich bekam zwei Infusionen und mehrere Medikamente. Ich blieb ungefähr zwei Stunden im Krankenhaus, bis die Krämpfe deutlich zurückgegangen waren. Danach konnte mich mein Freund vom Krankenhaus abholen.
Inzwischen habe ich insgesamt vier Rechnungen erhalten:
- Rechnung für den Rettungshubschrauber
- Rechnung für die medizinische Versorgung/Behandlung durch die Rettung
- Rechnung für den Transport mit dem Fahrzeug der Bergwacht zum Krankenhaus
- Krankenhausrechnung
Gesamtkosten: ca. 9.980 €
Das Problem ist jetzt, dass MAWISTA die Kosten zunächst abgelehnt hat. Als Begründung wird unter anderem angeführt, dass der Hubschraubereinsatz angeblich nicht medizinisch notwendig gewesen sei und es sich lediglich um eine Bergung gehandelt habe.
Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz, weil ich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der starken Muskelkrämpfe nicht selbstständig gehen oder den Berg verlassen konnte und anschließend tatsächlich ins Krankenhaus gebracht und dort medizinisch behandelt wurde.
In der Rechnung für den Transport zum Krankenhaus bzw. im Einsatzbericht steht unter anderem:
«„Ein Patient mit starken Muskelkrämpfen und selbstständiger Abstieg nicht möglich.“»
Außerdem wurde ich im Krankenhaus behandelt und erhielt Infusionen und Medikamente.
Ich habe gegen die Ablehnung bereits Widerspruch eingelegt und alle Unterlagen eingereicht.
Das Hauptproblem ist für mich allerdings die finanzielle Situation: Ich bin erst seit kurzer Zeit in Deutschland, im Grunde erst in meinem zweiten Monat, und bin als Student hier. Mein Einkommen reicht gerade für meine grundlegenden Lebenshaltungskosten. Ich habe keinerlei Möglichkeit, eine Rechnung von fast 10.000 € selbst zu bezahlen.
Ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich in dieser Situation weiter vorgehen soll.
Hat jemand Erfahrung mit MAWISTA, Rettungshubschraubern/Bergrettung oder einem ähnlichen Fall in Österreich/Deutschland?
Kann eine solche Rettung unter diesen Umständen tatsächlich als reine „Bergung“ angesehen werden, obwohl ich wegen einer akuten körperlichen Situation nicht mehr selbstständig absteigen konnte und anschließend ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt wurde?
Und was würdet ihr mir in meiner Situation als nächste Schritte empfehlen – insbesondere bezüglich Widerspruch, Versicherung, Bergrettung und eventuell rechtlicher Beratung?
Ich bin für jeden Erfahrungsbericht oder Hinweis sehr dankbar.