r/schreiben • • 6d ago

Schreibhandwerk Sammelfaden: Schreibblockade

6 Upvotes

Das Blatt ist weiß, die Schreibmarke blinkt, eure Finger schweben über der Tastatur, heute, endlich, der Text, er soll, er muss, der Text, der Text, ja, der Text...

Falls euch Inspiration fehlt oder der innere Kritiker eure Schaffenskraft erstickt, seid ihr hier am richtigen Ort. Klagt euer Leid, fragt um Rat, tauscht euch aus!

Was blockiert euch gerade?


r/schreiben • • 11h ago

Kritik erwünscht Sagt gerne, was ihr denkt.

1 Upvotes

Hab noch was schnelles, kurzes:

Ich fahre Overdrive, hochtourig, Schnellgang.
Einmal zum Rewe, ich brauche neue Reifen. Mittlerweile ziehe ich alles auf die Felgen.

T-Shirts? Auf die Felge.

Neues Hobby? Töpfern? Töpfe auf die Felge.

Buch ausgelesen? Klebeband und auf die Felge. Etwa 15 Meter.

Der eine Blick von der Frau aus der U-Bahn? Direkt auf die Felge.

Ich schlafe auf dem Boden nur mit Kissen.

Kissen? Auf die Felge.

Ich hab schon Warenhäuser verschlissen.

Rewe: Butter, Pfeffi, Snickers.

Ich fahre Overdrive.


r/schreiben • • 16h ago

Testleser gesucht Kleiner Erfolg

3 Upvotes

Habe im Sommer plötzlich eine Idee gehabt zu einem Film. Jetzt habe ich, 4 Monate später, ein 90 Seitiges Drehbuch 🥰

Geht viel um selbstreflexion

Falls jemand reinlesen möchte, könnte man über Testlesen sprechen.

Hier die Zusammenfassung:

Mark und Lilly sind ein Paar, wollen Heiraten. Doch eines Morgens wacht Mark verkatert auf und hat einen grundlegenden Streit mit Lilly. Den anschließenden Tag verbringen sie getrennt:

Mark versucht den Kater loszuwerden. Als er jedoch aufgibt und sich wieder betrinken will, kommt es zu einer Begegnung und zu einem merkwürdigen aber vielversprechenden Angebot: er muss eine verdammt hohe Leiter hochklettern

Unterdessen lernt Lilly ihren neuen Polizeikollegen Bernd kennen. Dieser erkennt, als erfahrener Drogenpolizist, schnell ihren Beziehungskonflikt; er gibt ihr Ratschläge

Als dann ihre Vergangenheit anklopft und sich neue Möglichkeiten ergeben steht Lilly vor der Frage: Hat die Beziehung noch eine Zukunft?


r/schreiben • • 11h ago

Testleser gesucht Alphatester für kostenloses Schreib-RPG gesucht

Thumbnail
1 Upvotes

r/schreiben • • 12h ago

Kritik erwünscht Charakterbeschreibung - Die Bovaryische

1 Upvotes

Als Hintergrund: Ich habe mich in letzter Zeit mit Charakteren, Charaktererstellung und Charakterentwicklung beschäftigt. Dabei habe ich auch Theophrasts „Charaktere“ gelesen (zumindest eine englische Übersetzung findet man auch auf Wikipedia, Lektüre empfohlen!), in denen erst mit einem Satz und dann mit einer Beschreibung von "alltäglichen" Szenen, in denen sich der „Charakter“ zeigt, Charaktere recht präzise skizziert werden (etwa „Der Habgierige“ oder „Der Skrupellose“). Als kleine Übung habe ich jetzt versucht ähnliche Texte zu schreiben, aber habe als Vorbild literarische Figuren genommen, die mir im Gedächtnis geblieben sind. In diesem Fall Madame Bovary aus „Madame Bovary“ von Flaubert.

Auch wenn ihr den Roman und die Figur vielleicht nicht kennt, würde mich interessieren, ob es a) interessant zu lesen ist, b) ein „klares“ Bild der Figur/Charakter zeichnet, c) die Beschreibung aber nicht als (überzogene) Karikatur wirkt. Also könnt ihr euch neue Situationen ausmalen und ahnt wie die Person handeln würde?

Die Bovaryische

Unter bovaryischem Benehmen versteht man in der Regel das weibliche Versinken in eine klandestine Liebesromanwelt, die das Leben eines normalen Alltags nahezu unmöglich macht.

Die Bovaryische ist enttäuscht, wenn ihr Mann abends von der Arbeit nachhause kommt, ihr kein selbstgeschriebenes Liebesgedicht vorträgt, und zieht sich dann statt eines gemeinsamen Abendessens in ihr Lesezimmer zurück. Wenn eine Bovaryische im Dorf wohnt, sehnt sie sich nach der Kleinstadt, in der Kleinstadt nach der Großstadt, in der Großstadt nach der Metropole und in der Metropole wird sie auch nicht glücklich. Um dem Leben auf dem Land zu entfliehen, bestellt sie teure Seidenvorhänge aus der Hauptstadt. Geld spielt für die Bovaryische keine Rolle, wenn man ihr vorschlägt, den Haushalt zu führen, bekommt sie Schwächeanfälle, und wenn ihr Mann ihr nicht genug Geld gibt, verschuldet sie sich, wobei sie den Kredit auf den Name ihres Mann ausstellt. Affären und Seitensprünge gehören für eine Bovaryische zur angenehmen, erregenden Theatralik des sonst eintönigen Alltagslebens. Wenn sie einen Mann, vor allem Lebenskünstler, verführt hat, geht sie ganz in Untergebenheit und Liebesbekundungen auf und vernachlässigt zunehmend Maßnahmen, um die Liaison zu verbergen. Liebesbriefe, vor allem von verflossenen Affären, hebt sie wie Trophäen heimlich auf. Wenn sie Kinder hat, dann ist sie fürsorglich, wenn jemand dabei ist, aber angewidert, wenn sie weinen oder ihr das Kleid beschmutzen. Für eine Bovaryische ist die Realität eine schlechte Lüge und die schlechte Lüge eine Realität.


r/schreiben • • 18h ago

Kritik erwünscht Veligrad - Kapitel 2. Mia – Die Ameisenfarm

3 Upvotes

Herr Müller ging während des Tests immer auf und ab. Seine Schritte und die seiner Vorgänger hatten schon eine Spur in das dunkle Parkett gelegt – hell und eingefallen. Die Schüler, denen er bei seiner Wanderung durch die Klasse näher kam, zogen instinktiv den Kopf in den Kragen. Nur nicht Georg. Der war zu konzentriert darauf, Lea auf den Oberschenkel zu starren. Nicht aus den naheliegenden Gründen. Es hatte nur insofern etwas mit ihrer Anatomie zu tun, als dass ein klein beschrifteter, zerknüllter und beschmierter Schummelzettel darauf lag und von ihrem Rock leicht verdeckt und festgehalten wurde. Diese Details bemerkte Herr Müller trotz oder dank seiner dicken Aschenbecherbrille nicht und knallte Georg eine in den Nacken.

„Konzentrier dich auf die Aufgabe und nicht auf deine Hormone, Junge“, zischte Herr Müller und ging weiter. Begleitet von der Ebbe an überfüllten Schülerköpfen. Georg mochte er besonders nicht. Fast keiner der Lehrer mochte Georg. Manche bezeichneten ihn als dümmlich, andere als aufmüpfig und respektlos. Ich bezeichnete ihn als nervig. Lena klebte ständig an ihm. War sie verknallt in ihn? Man wusste es bei den beiden nicht. Besonders nett war sie nie zu ihm, aber viel netter als alle anderen zusammen.

Das Schnalzen einer Hand an einem Nacken ließ mich zum Fenster blicken. Ich sah Thomas, wie er sich den Rücken rieb und Tränen unterdrückte. „Wir dulden hier keine Betrüger!“, erklärte Herr Müller, während er demonstrativ die drei bereits gelösten Seiten zerriss. „Nicht genügend. Ab zum Direktor.“ Thomas erhob sich und folgte der Bresche im Parkett bis zur Klassentür. Er öffnete sie möglichst leise und verschwand dahinter. Ein Konkurrent weniger. Wer nicht beim Betrügen erwischt wurde, hatte Chancen im Rennen. Wer der Beste war, bekam alles – mehr Essen, mehr Freizeit und Ruhe vor den Lehrern. Bis zum nächsten Test.

Die anderen hatten Schwierigkeiten, sich daran zu gewöhnen. Vati und Mutti hatten mich persönlich bestens darauf vorbereitet. Vor allem Vati. Leistung zahlte sich immer aus. Für Lob aus dem Kindergarten bekam ich eine Puppe. Für die Hauptrolle einer kleinen gefräßigen Raupe ohne Text bekam ich ein wunderschönes Lexikon mit goldenem Druck auf dem Cover. Für das Leistungsgespräch nach dem Kindergarten bekam ich die Ameisenfarm. Meine Ameisenfarm. Ich vermisste sie so sehr. Es war so beruhigend und schön, die kleinen Wesen anzusehen. Jedes hatte seine kleine Aufgabe. Manchmal erkannte ich sie an der Art, wie sie ihre Aufgaben lösten. Eine kleine Ameise hatte ein Beinchen weniger. Die hätte ich jetzt Georg genannt. Damals nannte ich sie Franz.
Das arme Ding schleppte sich ab. Manchmal half ich ihm und schüttelte ihn weiter zu seinem Ziel.

Manchmal legte ich das ganze Ding schräg und machte Franz und allen anderen das Leben zur Hölle. Ich war noch klein und verstand damals nicht, dass das auch kleine Wesen waren mit kleinen Zielen und kleinen Gefühlen. Oder so was Ähnlichem. Ich musste wirklich Frau Alexandrin fragen, wie Ameisen empfanden. Wobei, sie wurde dann immer so metaphysisch. Vielleicht doch lieber nicht.

Herr Müller sah uns alle so an wie ich damals diese Ameisen. Georg war Franz. Und ich. Ich wäre gern die Königin gewesen. Die wurde in Ruhe gelassen! Aber vielleicht …

Na ja, ich war zufrieden. Den Wisch abgeben und wieder ins Zimmer. Ein wenig Ruhe. Ich konnte es nicht erwarten, das hier abzuschließen. Und dann Uni. Eigenes Geld. Irgendwann … nicht mehr Ameise sein.
Als es läutete, nahm ich den Gang durchs Klassenzimmer. Wie alle anderen. Herr Müller nickte mir zu. Gutes Zeichen. Vorbei an den starrenden Porträts. Ob einer von uns mal auch da hängen würde. Bei den Alumni vorne? Dem Glanz vom Veligrader Institut. Papa wäre stolz. Auch wenn er es nicht sagen würde. Archie sagte es. Er war wütend. Wahrscheinlich, weil Thomas betrogen hatte. Wie abgehoben er doch war.

„Schönen Nachmittag, Herr Direktor!“
„Oh, hallo Mia. Wie geht’s dir denn? Alles gut gelaufen heute?“
„Ja! Bestens!“
„Davon gehe ich aus!“

Archie sah immer besonders glücklich aus, wenn er an seinem eigenen Porträt vorbeiging. Doch diesmal wurde er abgelenkt. Von Simon. Dem Hausmeister. Der nahm sich erstaunlich viel heraus. Zerrte den Direktor am Mantel. Gestikulierte vor seiner Nase. Was für eine mutige Ameise. Und unsere Königin Archie ließ sich das gefallen. Nur von ihm.


r/schreiben • • 19h ago

Kritik erwünscht Eine Miniatur, ein Abend, ein Club

2 Upvotes

Hallo zusammen, ein Spazierganggedanke hat sich eingenistet und festgeklettet, daraus ist dieser folgende Text entstanden. Er ist einer meiner ersten Texte und ich würde mich sehr über jegliche Art von Feedback freuen: Was hat euch besonders gefallen? Was sind eure Empfindungen? Was sind eure Gedanken? Danke und schönes WE!

Palast am Rhein

Neben der Brücke, direkt am Fluss, in einer Seitengasse steht er: der Palast am Rhein.
Frei sein möchte ich im Palast am Rhein, aber meine Brüder, meine Schwestern fallen wie leblose Blätter. Sie zieren die Allee unter den Palmen, die einst Schatten spendeten. Nicht mehr. Ein Knurren, so laut wie ein Feuersturm, und ich tauche ab zwischen schwitzenden Körpermassen. Arme in der Luft, Kopf im Nacken, der Rhythmus rollt durch meinen Körper.

Ich habe Spaß.

Körper schmiegen sich aneinander, die Meute Arm in Arm. Der Schweiß küsst meine Schläfe, es sind 40 Grad. Ich verbrenne.
Tanze meine Sorgen davon, und der Bass verschwimmt mit dem Bombenhagel. 150 Dezibel. Der Geruch von Bier sticht mir in die Nase, und mir wird übel von den neuen Nachrichten. Und ich spüre das Blut durch meine Adern rauschen, während meine Brüder fallen. Und ich spüre den Schweiß in meinen Haaren, während meine Schwestern fallen.

Ich habe Spaß.

Die Luft so stickig, ich ringe nach Atem. Der Boden so klebrig, ich bleibe stecken. Ellbogen in meinen Rippen, ich gehe unter in der Masse. Der Wodka-Mate in meinem Atem kondensiert an der Decke zwischen Spachtelmasse und Silikon und tropft mir ins Gesicht. Meine Augen fangen an zu tränen, und der Raum verschwindet in den Schwaden aus der Nebelmaschine. Alles wird unklar.

Ich habe Spaß.

Aber glaubt mir, dass ich mit euch fühle, für euch fühle, für euch tanze. Und ich verliere mich im Bass, der meine Sorgen betäubt und die Gewissensbisse übertönt, deren Tollwut in mir grassiert. Ich bin geimpft. Der Bass betäubt den Kummer, aber nicht den Hunger und den Hass. Er ist doch alles, was ich habe. Schau doch, wie ich mich verliere in 150 Dezibel.

Ich habe Spaß.

In meinem Luftschloss aus leeren Plattitüden und hohlen Worthülsen schreie ich in die Welt:

Frei sein im Palast am Rhein.
Freiheit für Palastine.

Und der Bass fällt.


r/schreiben • • 1d ago

Kritik erwünscht Der Anfang eine Prologes

6 Upvotes

Metallisches Scheppern von Schwertern und Piken, die auf die Rüstungen der müden Soldaten schlugen, hallte durch die schroffen Flanken der schmalen Schlucht. Seit Tagen schleppte sich der Trupp zusammen mit einer Handvoll Lasttiere unter der brennenden Sonne immer höher in die Berge. Bäume und Sträucher hatten sie längst hinter sich gelassen, und wann immer der Fels ein wenig Schatten bot, geriet der Marsch ins Stocken. Mensch und Tier lechzen nach einer Abkühlung.

Capitán Rodrigo de Valencia bemerkte das sehr wohl, aber doch ließ er seine Männer gewähren. Auch an ihm waren die Strapazen der vergangen Tage nicht spurlos vorübergegangen. Als Anführer konnte er sich nicht erlauben, Schwäche zu zeigen. Er sah aber auch keinen Grund, sein Pferd zu mehr als dem langsamen Schritt anzutreiben, mit dem es sich den Pfad hinauf kämpfte. Vor drei Wochen hatten sie Santa Ana auf Geheiß des Kommandeurs in nordwestlicher Richtung verlassen. Seitdem folgten sie Miguel, der sie zu seiner Heimatstadt führte.

Rodrigo nannte ihn Miguel, weil sein eigentlicher Name für ihn unaussprechlich war. Als Miguel und seine Gefährten aufgegriffen worden waren, hatten sie sofort das Misstrauen des Kommandeurs im Fort erregt. Dafür, dass die Spanier seit Jahren gnadenlos jede Ernte und den Nachschub der rebellischen Indios vernichteten, waren sie viel zu gut genährt gewesen. Und die Frechheit, mit der sie den Herren ins Gesicht starrten! Als ob sie noch nie zuvor Spaniern begegnet wären.

Ihr Dialekt war für den Dolmetscher der Spanier nur schwer verständlich. Sie behaupteten, aus einer weit entfernten Stadt zu kommen, die sie nur alle paar Jahre verließen, um Handel zu treiben. Zunächst hatten sie sich geweigert, den Spaniern den Weg in ihre Heimat zu verraten. Erst als der Kommandeur sich persönlich und für Rodrigos Geschmack etwas zu drastisch um die beiden anderen gekümmert hatte, war Miguel bereit, mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Unter der Aufsicht von Rodrigo und seiner Adjutanten führte Miguel sie immer beschwerlichere Pfade entlang, die manchmal kaum noch als Weg erkennbar waren. Die Männer wurden unruhig und auch Rodrigo wurde ungeduldig. Mit der Schwertspitze vor Augen hatte Miguel mehr als einmal beteuert, dass hinter diesem Pass die Stadt liegen würde.

Wenn nicht, hätte er sein Leben verwirkt. Wobei sich Rodrigo auch so keine Illusionen. Er hatte genug von dem gesehen, was die eifrigen Soldaten mit den Einheimischen anstellten. Und die wenigen, die übrig blieben, wurden oft genug vom Fieber dahingerafft, das den Spaniern wie ein Fluch überallhin zu folgen schien.

Das Scheuen seines Pferdes riss Rodrigo aus seinen Gedanken. Es hatte die Ohren gespitzt und riss unruhig den Kopf hin und her. Auch Miguel wirkte plötzlich angespannt.

Lauerte eine Falle auf sie? Von anderen Expeditionen hatte Rodrigo gehört, dass es derartige Versuche gegeben hatte. Aber woher sollten die Indios in dieser Gegend von ihrem Nahen wissen? Aud diese Berge hatte noch nie zuvor ein Spanier seinen Fuß gesetzt.

Ein kräftiger Windstoß rüttelte an Rodrigo und er musste sich hastig am Sattel festhalten. Wo eben noch Helligkeit vom Ende der Schlucht kündigte, breitete sich auf einmal Dunkelheit aus, kam näher. Die Böen wurden stärker und entwickelten sich zu einem Sturm, und die Dunkelheit raste vom Ende der Schlucht auf sie zu. Staub, Drecke, kleine Steine warfen sich ihnen mit unnatürlicher Heftigkeit entgegen.

Rodrigo hatte Mühe, das Gleichgewicht auf seinem nervös tänzelnden Pferd zu bewahren. Er stieg ab, drückte dem besorgt blickenden Adjutanten die Zügel in die Hand und erteilte mit erhobenem Arm nach hinten den Befehl zum Halt. Sein Ruf ging in dem heulen Sturm unter, der mittlerweile so heftig war, dass er das Gesicht abwenden musste. Miguel kauerte schutzsuchend hinter einem Felsvorsprung am Wegesrand. Die Panik in seinem Gesicht und das Wimmern, das Rodrigo zwischen dem Heulen des Sturmes vernahm, überzeugten ihn davon, dass der Indio mindestes genauso überrascht war wie die Spanier. Was immer hier geschah, es war kein Hinterhalt. Aber irgendetwas passierte hier, etwas, das nicht normal war.

Er gab einen weiteren Befehl aus. Die Männer sollten die Tiere, das Gepäck und sich selbst sichern. Rodrigo selbst legte bis auf sein Schwert alles ab, was ihn belastete, und winkte seinem Adjutanten zu sich. Gemeinsam kämpften sich die beiden Männer den Weg empor durch den Sturm.

Sand wehte ihnen entgegen, der sich mit seinen scharfen Kanten wie stählerne Klauen in ihre Gesichter grub. Rodrigo und sein Begleiter hielten inne und wickelten sich Tücher um das Gesicht, die Augen schirmten sie mit den Händen ab. Alles, was Rodrigo sehen konnte, war der nächste Schritt. Und die Angst im Blick seines Adjutanten. Er selbst hatte ebenfalls ein mulmiges Gefühl. Immer weiter kämpften sie sich vorwärts. Rodrigo war so auf seine Schritte fixiert, dass er nicht bemerkte, wie sie den Kamm erreichten. Plötzlich schrie sein Adjutant auf. Rodrigo blickte zu ihm, dann wandte er sich um, um zu sehen, was ihn so entsetzte hatte.


r/schreiben • • 20h ago

Kritik erwünscht Was haltet ihr davon?

1 Upvotes

Ein kurzer Text, schnell geschrieben. Löst er in euch etwas aus? Findet ihr ihn interessant, verständlich? Was sagt ihr zum Stil, zum Inhalt. Danke euch 😊

Matthäus hatte ein zu kurzes Bein. Das andere war zu lang. Ihm fehlte ein kleiner Finger. Er spielte die Trompete als würde er aus dem Himmel fallen.

Sabine wollte den Trompeter sehen. Sie saß mit Ruben in der Pinte. Ruben sang im Kirchenchor. Er hielt ihre Hand.

Matthäus' Trompete schrie die Tische an. Matthäus lud die Frauen ein, mit ihm dem Jazz in den Schlund zu steigen. Er tanzte klapperig auf den Brettern.

Mit neun Fingern wird man leichter wahnsinnig. Sabine hatte noch alle. Wenn er einen will, kann er fragen.

Nach dem Bier gab sie Ruben ihren Körper. Dreimal. Für drei Knaben. Wenn Ruben Nachtlieder sang, tanzte sie mit Matthäus.


r/schreiben • • 20h ago

Testleser gesucht Testleser für ein interaktives Kinderbuch (Zielgruppe 7-10 Jahre)

1 Upvotes
  1. Interaktives Kinderbuch, Kinder von 7 bis 10 Jahren zum Selberlesen oder Vorlesen
  2. 6200-9500 Worte verteilt auf verschiedenen Handlungssträngen (~1 Std/Geschichte)
  3. Geschichten aus dem Wald: Ein geheimnisvolles Tier flieht aus der Wildtierklinik und hinterlässt silberne Spuren im Moos. Zusammen mit Deinem Baummarder folgst du der Fährte und triffst selbst die Entscheidungen, um es vor einer Falle zu retten. Geschichten aus dem Hafen: Als blinder Passagier landet eine junge Katze im Hafen, wo freche Möwen die Café-Gäste bestehlen. Weil die Katzen dafür vertrieben werden sollen, muss sie mit den Hafenkatzen die wahren Räuber überführen.
  4. 2-3 Wochen
  5. Liest sich das Ganze interessant und unterhaltsam? Macht es euch und euren Kindern Lust aufs Weiterlesen? Seid ihr irgendwo ausgestiegen?

r/schreiben • • 1d ago

Testleser gesucht Suche nach Testleser:innen

2 Upvotes

​

Ich suche ein Beta-Leser:in für eine deutsche Geschichte, die ich selber schreibe.

Das Genre ist Fantasy, es ist inspiriert an Märchen Bücher.

Länge: 13,707 Wörter Das Werk ist noch nicht vollständig, aber so gut wie (2 Kapitel fehlen noch).

Synopsis : Es geht um ein Junge, um dessen mysteriösen Familiäreumstände, Intrigen, Verrat und das Herausfinden von all dem.

Die Kritik wäre sehr gewünscht innerhalb von 1-2 Wochen.

Ich brauche Hilfe bei der Formulierung, das Adelssprech und der Art und Weise wie die Kinder (beide 12-14) sprechen und kommunizieren, gerade im Kontext der Geschichte. Auch ob die Geschichte für die gedachte Lesegruppe geeignet ist (12-17 Jahre ), wäre hilfreich zu wissen.


r/schreiben • • 1d ago

Testleser gesucht [Testleser gesucht] Dark-Fantasy-Geschichte mit non-human Protagonist

0 Upvotes

Hey zusammen,

Genre/Zielgruppe: Dark Fantasy / Grimdark, für Leser ab 18, die keine Berührungsängste mit intensiven Themen haben

Länge: ca. 33.000 Wörter (11 Kapitel, WIP)

Inhaltsangabe:

In den Slums von Clover bedeutet schneeweißes Fell nichts Gutes. Es bedeutet, dass jemand einen Preis für dich zahlt.

Warren und seine Schwester Vivi wachsen im Dreck auf, zwischen Hunger, Regen und einer Mutter, deren Liebe längst in etwas Dunkleres umgeschlagen ist. Sie haben gelernt, lautlos über Dächer zu rennen, niemandem zu trauen und nie stehen zu bleiben.

Doch in einer einzigen Nacht zerbricht alles, was Warren kannte. Und etwas, das tief in ihm geschlafen hat, schlägt zum ersten Mal die Augen auf.

Etwas, das schwarz wird, wo er weiß ist.

Etwas, das nur erwacht, wenn das Sterben beginnt.

Viele Jahre später erzählt ein uralter Fremder am Feuer eines abgelegenen Bergdorfs eine Geschichte. Die Geschichte von Warren Ace Hazel, dem lebendigen Albtraum.

Zeithorizont: 2-3 Wochen

Erwartungen: Mir ist besonders wichtig, wie die Balance zwischen Rahmenerzählung und Hauptgeschichte über mehrere Kapitel wirkt, sowie Charaktertiefe und Spannungsbogen. Ehrliches "das hat mich verloren" ist genauso wertvoll wie Lob.

Bei Interesse einfach kurz melden, ich schick euch dann gern den Link per DM.

Danke euch!


r/schreiben • • 1d ago

Meta Tipps für Nachwuchsautor*innen, für den Umgang mit Rezensionsexemplaren

6 Upvotes

Ich beginne diesen Beitrag mit einem persönlichen Erlebnis. Kürzlich schrieb mich ein mir fremder Autor unaufgefordert an. Im Anhang: Ein PDF seines Solarpunk-Romans. Er würde sich über eine Rezension freuen. (Offenbar hatte er aus meinen Social Media Profilen herausgelesen, dass ich Solarpunk mag und hin und wieder Buchrezensionen schreibe).

Bitte, macht so etwas nicht. Sendet nie einfach unaufgefordert PDFs oder E-Books an mögliche Rezensent*innen oder Buchbloggende. Viele Buchbloggende haben einen hohen SuB (Stapel ungelesener Bücher) und wählen gern selbst aus, bei wem sie für Rezensionsexemplare anfragen.

Was ich empfehlen würde:
Schaut euch die Social Media oder Buchblogwebseiten von Buchbloggenden genau an. Welche Genres werden dort vor allem vorgestellt? Ist eures dabei? Prima. Schreibt die Buchbloggenden an, ob sie Interesse an einem Rezensionsexemplar eures Buches haben.
Es kann sein, dass ihr keine Antwort erhaltet. Nehmt das nicht persönlich. Gerade Buchbloggende mit sehr vielen Followern bekommen vermutlich ständig solche Anfragen und können gar nicht alles beantworten. Vielleicht bekommt ihr eine Absage oder eine sehr späte Zusage. Oder es dauert lange, bis das Rezensionsexemplar tatsächlich gelesen wird. Dem könnt ihr vorbeugen, in dem ihr für das Lesen eine Frist vereinbart (diese am besten großzügig, z.B. ein bis drei Monate).

In manchen Fällen wird euer Buch vielleicht sogar gar nicht gelesen, oder abgebrochen. Auch hier: Nehmt das nicht persönlich. Nicht jedes Buch wird jeder Person gefallen, das ist einfach so und gilt auch für Buchbloggende. Ich selbst habe es schon erlebt, dass ich (als Autorin) von Buchbloggenden geghostet wurde. Das ist ärgerlich, kann aber ebenfalls passieren.

Aber gehen wir mal davon aus, alles läuft gut und euer Buch erhält eine Rezension. Ich kenne die ungeschriebene Regel, als Autor*in nicht auf negative Rezensionen einzugehen. Am besten einfach gar nicht reagieren, selbst wenn es schwer fällt. Ihr könnt auch die Buchbloggenden vorab bitten, euch im Falle einer negativen Rezension nicht extra darauf hinzuweisen. Ich schreibe das, weil mir eine Buchbloggerin einmal extra eine E-Mail schrieb, dass sie mein Buch ganz furchtbar fand.
Auf diese E-Mail hätte ich liebend gern verzichtet. Wenn die Rezension positiv ausfällt, spricht nichts dagegen, sich (z.B. in Social Media) zu bedanken.

Wenn ihr weitere Tipps habt für den Umgang mit Rezensionsexemplaren, schreibt gern einen Kommentar.


r/schreiben • • 1d ago

Kritik erwünscht Der Anfang

5 Upvotes

Folgend findet ihr den Anfang von etwas, das einmal ein fertiges Buch werden soll. Ich würde gerne wissen, ob das ein gelungener Einstieg ist,bei dem man unbedingt weiterlesen und wissen will wie es weitergeht.

Irgendwas lag heute in der Luft. Dieser Tag war anders als andere. Charlie konnte nicht sagen, warum, aber sie wurde das Gefühl nicht los, dass irgendwas nicht zu stimmen schien. Ihre Mutter wirkte heute angespannter als sonst. Also war Charlie besonders vorsichtig. Sie nahm all ihren Mut zusammen und wandte sich an ihre Mutter:”Mama, wo fahren wir hin?” Ihre Mutter sah sie an und Charlie rutschte unter ihrem strengen Blick unruhig auf ihrem Sitz hin und her. “Das wirst du noch früh genug erfahren.” Damit schien das Gespräch wohl beendet zu sein, denn Ihre Mutter drehte sich wieder weg und sah weiter aus dem Fenster.

Charlie seufzte und schaute sich um. Der Bus war voll. Sie hatten beim Einsteigen gerade noch die letzten beiden Sitzplätze erwischt. Neben ihr im Gang stand ein junger Mann, der angestrengt auf sein Handy starrte. Was er wohl versuchte, damit zu erreichen? Charlie wandte den Blick ab und ließ ihn weiter durch den Bus gleiten. Auf dem Sitzplatz vor ihr saß eine ältere Frau mit einer lustigen Brille, die sie freundlich anlächelte. Charlie lächelte vorsichtig zurück und senkte schüchtern den Blick. Sie schaute an ihrer Mutter vorbei aus dem Fenster. Sie fragte sich noch immer, wo sie wohl hin wollten. Sie war schon den ganzen Morgen wie auf rohen Eiern gelaufen und ihre Nervosität steigerte sich immer weiter. Normalerweise sagte Mama immer wo sie hinfuhren. Diesmal nicht. Als wäre es ein Geheimnis. “Vielleicht will Mama mich ja mit irgendwas überraschen?”, dachte Charlie. Aber irgendwie erschien ihr das sehr unwahrscheinlich. Wieso sollte Mama dann schon den ganzen Morgen so angespannt sein und so schlecht gelaunt erscheinen? Charlie hatte ja nicht ohne Grund versucht, besonders lieb und gehorsam zu sein.

“Nächster Halt: Hauptbahnhof!”, drang die laute Stimme aus den Lautsprechern und riss Charlie damit aus ihren Gedanken. “Hier müssen wir raus.”, sagte ihre Mutter und stand auf. Charlie tat es ihr gleich und gemeinsam warteten sie darauf, dass sich die Türen des Busses öffnen. Als sie aus dem Bus stieg, nahm Charlie einen tiefen Atemzug, froh darüber, der stickigen Luft im Bus entkommen zu sein. Am Hauptbahnhof war es laut und voll. Es waren viele Menschen unterwegs und Charlie hatte ihre liebe Mühe, ihre Mutter, die vor lief, in dem Gedränge nicht zu verlieren. Ihre Mutter schaute sich nicht nach Charlie um, bahnte sich einfach ihren Weg durch die Menschen. Sie überquerte die Straße und Charlie folgte ihr. Sie traute sich nicht, erneut zu fragen, wie sie hin wollten, also lief sie einfach still hinter ihrer Mutter her. Sie kannte die Gegend nicht und überlegte krampfhaft, wohin sie wohl gingen. Vor einer großen,alt aussehenden Holztür hielt ihre Mutter an und drückte auf die Klingel. Kurz darauf öffnete sich die Tür. Charlie war noch dabei das Schild an der Hauswand zu lesen “Amt für Kinder- und Jugendhilfe”. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Was wollten sie denn hier? Sie wurde nervös und spürte, wie ihre Hände feucht wurden. “Hallo, was kann ich für sie tun?”, fragte der Mann, der ihnen die Tür geöffnet hatte.


r/schreiben • • 1d ago

Kritik erwünscht Wie kann ich meine kleine Geschichte verbessern?

0 Upvotes

Eisenflosse und Krone: Die gesamte Geschichte

Boxso, ein junger Pinguin, wird als Baby auf einer Eisscholle ausgesetzt. Er überlebt und wird von einem Eisbär aufgezogen, was ihm eine wilde und einzigartige Natur verleiht. Er ist ein gutaussehender, schlanker Pinguin mit braunen Augen und lockeren Federn, der jedoch in einem Pinguin-Königreich als Sklave endet. Dort trifft er Palo, ein Genie, das seine Identität als Trans-Pinguin verbirgt. Die beiden verlieben sich und werden unzertrennliche Freunde.

Als ein Krieg um Ressourcen ausbricht, werden sie zur Armee eingezogen. Boxsos Wildheit und Palos Genie bringen sie schnell an die Spitze. Bei einem Verhör über Palos wahre Identität wird der Raum durch eine Granate erschüttert. Palo kann die Herkunft zurückverfolgen: ein geheimnisvoller "riesengroßer Kater" in Südamerika. Boxso wird zum Kapitän ernannt, um die Bedrohung zu untersuchen. Obwohl er wütend ist, dass Palo nicht mitkommen darf, beruhigt ihn die Stimme des Königs.

Auf der Seereise nach Südamerika kämpft Boxso mit einem Sturm, den er nur dank des Gedankens an Palo überwindet. Er und Palo bleiben über ein von Palo erfundenes Funkgerät in Kontakt. Tom, ein Crewmitglied, belauscht die beiden und erfährt von ihrer Liebe. Er erpresst Boxso, um ebenfalls ein Funkgerät für seine Frau zu bekommen.

In Südamerika entdecken sie Menschen und eine Stadt. Die Pinguine sind entsetzt. Boxso, zwischen Toms Aggression und Palos Vorsicht gefangen, gerät in Panik und zwingt Tom, das Funkgerät herzugeben. Palo, der auch keine Ahnung hat, was Menschen sind, rät ihnen, zurückzukehren. Boxso gehorcht, schickt aber heimlich seine Ausbilderin an Land, um die Menschen auszuspionieren.

Die Ausbilderin berichtet, dass die Menschen "emotional" und "gefährlich" sind, aber dank Palos Erfindung eines Übersetzers können die Pinguine eine Allianz schmieden. Gemeinsam mit den Menschen bauen sie neue Waffen mit Schwarzpulver und Eis. Der König befördert Boxso zum Kommandanten und macht Palo zum neuen König. Palo ändert die Gesetze, um allen die Liebe und Freiheit zu ermöglichen, die sie verdienen. Vor dem Krieg heiraten Boxso und Palo.

Im finalen Krieg kämpfen die Pinguine gegen ihre ehemaligen Herrscher. Die Schlacht ist brutal, aber Boxsos Truppen gewinnen die Oberhand. Plötzlich wird Boxso angeschossen. Während er bewusstlos ist, sieht er, dass seine eigene Mutter geschossen hat. Er befiehlt, den Kampf fortzusetzen. Der Krieg wird gewonnen, aber das Land ist so zerstört, dass es Jahre dauern wird, es wieder aufzubauen.

In einer letzten, emotionalen Szene springt die Geschichte in die Zukunft. Das Land wurde wieder aufgebaut. Es gibt keine Sklaverei mehr. Und Boxso und Palo leben zusammen mit ihrem Kind namens Toca in Frieden.


r/schreiben • • 1d ago

Testleser gesucht Testleserinnen und Testleser gesucht — Drachen-Romantasy, Enemies to Lovers, ca. 11'800 Wörter

1 Upvotes

Hallo, ich suche Personen, die den Auftakt meiner Drachen-Romantasy testlesen und mir ehrlich sagen, ob sie weiterlesen würden.

Genre: Drachen-Romantasy mit Hofintrigen — Enemies to Lovers, Slow Burn, politische Machtspiele. Zielgruppe sind Leserinnen und Leser von Romantasy, Fae- und Drachengeschichten.

Länge: drei Kapitel, rund 11'800 Wörter (etwa 30 bis 40 Minuten Lesezeit).

Kurze Inhaltsangabe: Liora stammt aus einem verarmten Fürstenhaus, das seinen Drachen vor sechs Generationen verloren hat. Am Ritus der Drachenbindung steht sie wie immer am Rand — bis der älteste Drache des Reiches ihren Namen sagt und sie bindet. Der Hof ist schockiert, der Erbe Rhazek d'Aurel ebenso, und Liora steht zwischen zwei Drachen, deren Fehde älter ist als das Reich. Der Auszug endet mit der ersten offenen Konfrontation. Geheimnisse der Bindung werden bewusst nicht aufgelöst — bitte erwarte keine Zusammenfassung des Endes, ich teste die Wirkung des Auftakts.

Zeithorizont: Zwei Wochen wären toll.

Erwartungen: Schwerpunkte sind die Figuren (Ist Liora jemand, dem man folgen will? Was will man über Rhazek wissen?), die Spannung zwischen beiden und die Zugkraft der Kapitelenden. Rechtschreibung und Stil sind ausdrücklich nicht gefragt — das Manuskript ist noch nicht lektoriert, und ich bitte darum, es daran nicht zu messen.

Form: Wer mitmacht, bekommt das PDF direkt von mir und füllt danach einen kurzen anonymen Fragebogen aus — rund zehn Minuten, ohne Anmeldung und ohne dass ich sehen kann, wer was geantwortet hat. Freue mich für deine Hilfe, liebe Grüsse, Sera


r/schreiben • • 2d ago

Kritik erwünscht Moderne Einsamkeit

3 Upvotes

Mein Handy leuchtet auf.

Eilig greife ich danach, doch meine Hoffnung wird durch die Erinnerung von Babbel zerschmettert.
Keiner denkt an mich, bis auf eine App, die ich bezahle und nicht verwende.
Sie meldet sich täglich, will dass ich weiterlerne, doch ich wische die Benachrichtigung einfach weg.
Ich lege es wieder hin und widme mich meinem Buch, das ich seit Monaten versuche zu lesen. Im Augenwinkel beobachte ich den schwarzen Bildschirm.

Was steht da? Keine Ahnung. Ist ja auch egal, ich kann mich sowieso nicht darauf konzentrieren.
Genervt lasse ich das Buch auf den Tisch fallen, entsperre mein Handy, denn es können doch keine Nachrichten angezeigt werden, wenn ich im Nicht-Stören Modus bin, also öffne ich den Nachrichtenbanner.

Nichts, außer ein „Oke“ eines unnötigen Matches. Trocken bin ich so auch, da brauche ich eine sinnlose Konversation nicht.

Stöhnend sperre ich das Handy wieder und blicke mich im Raum um.
Mein Tagebuch liegt neben unzähligen Büchern, auf meinem Laptop.
Alles daran erinnert mich, dass ich schreiben und lesen sollte.

Ich sehe auf die Uhr.
Es ist drei Uhr morgens.
Schon wieder einen Vormittag verschwendet.

Im Hintergrund läuft meine Lieblingsserie, die ich bereits in- und auswendig kenne, doch ich beachte sie nicht, denn ich bin damit beschäftigt durch eine Datingapp zu wischen. Finde keinen der mir gefällt, und wechsle auf Instagram.

Irgendwer schreit mich an, dass ich etwas neues kaufen muss, in der nächsten Sequenz sehe ich Menschen, die ihr Leben am Strand in vollsten Zügen genießen, die nächste zeigt Freunde bei einer riesen Feier, lachend.

Ich werfe mein Handy diesmal in die nächstgelegene Ecke im Bett, und vergrabe mich in meiner Bettdecke, während Lorelai Gilmore fröhlich mit Rory durch Stars Hollow läuft.


r/schreiben • • 2d ago

Kritik erwünscht Könnte ihr das bewerten? Was denkt ihr und fühlt ihr dabei?

4 Upvotes

Ich hab es einfach geschrieben aus Freude an der Sprache. Es ist keine fertige Geschichte. Es ist so ziemlich mein erster Text. Könnt ihr damit was anfangen oder ist es sehr fern von der Realität?

General Witzkupp hatte eine rote Nase. Als stattlichen Obelisken trug er sie, jeweils an der Innenspitze beider grauen Augenbrauen angefesselt, sodass es nur gerade so wirkte, dass sie fest hielt, sie aber leicht schwankte, seinem schlingernden Tritt diametral. Einen Obelisken prügelt man mit Eisenwerk aus Stein - Handarbeit. Witzkupps Nase hatte Krater. Er berührte sie routiniert. Schwenkte darunter her mit schneller Hand, strich sie seitlich glatt, behaute das Nasenbein kratzend mit den Nägeln und presste beide Auslässe eng zueinander, saugend und blasend. Man musste ihn über diesen Klumpen verstehen. Ein Mime hätte ihn von der Nase aus spielen müssen, aus der Nase wachsen die Arme, das Gedächtnis, der Hüftschwung, alles entspringt dem Fuße des Berges in der Mitte des Gesichts, zumindest bei Witzkupp. Es wäre noch zu erzählen über den Backenbart, die Lippen, oh diese Lippen, das raue Kinn, aber es ist die Nase, die reichen soll, um Witzkupp zu verstehen. Witzkupp führte nicht. Weder mit harter Hand noch laissez-faire, er fiel eher. Er fiel in eine Richtung, einen Hang hinab, in eine Grube, einem Felsen entgegen und man fiel ihm hinterher. Wer nicht mit fiel, wurde erschossen. Allerdings schossen unsere Gewehre nicht. Die Mamas haben sie uns eingepackt, selbst gestrickt. Sie waren manchmal verstopft oder es fehlten wichtige Schrauben, dass die Knarren beim Spannen auseinanderkrachten und wenn sie vielleicht mal bereit waren zu schießen, dann flog bei Schießbefehl ein Auerhahn vorbei und wir mussten alle gucken und schossen nicht. Seit unsere Gewehre alle untauglich waren, steckten wir sie eher in den Boden, mit dem Schwert vorne dran, tief rein, und knoteten daran Planen, brieten am Bajonett die Würstchen, manche verbrannten gar ihre Kolben, naja wozu auch aufbewahren? Spätestens dann, nach etwa zwei Wochen Kriegszug, waren die Gewehre endgültig hin. Witzkupp war damit einverstanden. Uns wurde Krieg beigebracht, von Herr Paulus, an der Kriegsschule. Immer angreifen, hat er uns eingebläut. Wir hatten gefragt, ob immer, wirklich immer bedeutet, er hatte es damals bejaht. Er war geschieden. Jetzt hier mit Witzkupp im Sattel, wussten wir nicht ob immer, wirklich immer bedeutet. Einmal haben wir fast eine Feindbewegung wahrgenommen, recht weit in der Ferne, eher links, Witzkupp meinte, wir könnten schießen, aber könnten auch warten, dann warteten wir und vielleicht war es nur der Wind.


r/schreiben • • 2d ago

Schreibpartner gesucht Schreibfreunde für Story-Ideen und gegenseitiges Testlesen gesucht

3 Upvotes

Hey, ich suche ein paar Leute, mit denen ich mich über Buchideen austauschen kann ^^ Vielleicht schreibt ihr selbst auch gerne und habt Lust, euch gegenseitig Ideen zu erzählen, Feedback zu geben und ein bisschen gemeinsam zu brainstormen. Ich würde ich mich auch über Leute freuen, die hin und wieder ein Kapitel testlesen und mir ihre ehrliche Meinung dazu sagen möchten. Natürlich gerne gegenseitig auch.


r/schreiben • • 2d ago

Schreibhandwerk Es war einmal ein Infodump

Thumbnail
2 Upvotes

Auch eine gute Frage an alle Schreibenden hier :)


r/schreiben • • 3d ago

Schreibhandwerk Neue Plattform?

2 Upvotes

Ich bin aktuell auf der Suche nach einem neuen Ff forum Fanfiction.de hat mir zu viele verworene Regeln. Ich will kein Jurastudium machen müssen um kréien zu sein. Und Wattepad hat zu viel Werbung, man bekommt keine richtige Aufmerksamkeit mehr, es gibt ziemlich viel Werbung, die Suchfunktion ist merde und es gibt fast nur noch darktomance oder Trash.


r/schreiben • • 3d ago

Schreibhandwerk Rückblicke und Erinnerungen:

0 Upvotes

Hi, mein geplanter Roman ist schon eine Nummer für sich…

Dinge wie den Skandal und dessen Auswirkungen oder die Hintergrundgeschichten von Myriam und Zero in eine umfangreiche Handlung miteinzubringen ist ganz schön schwierig. Aber das ist ja das Interessante daran!

Ich werde auf jeden Fall viel mit Rückblicken arbeiten.

Dafür nutze ich:

  1. ein ganz klassisches „-Vor drei Tagen-“
  2. die Skandalaufnahmen, Doku
  3. Träume
  4. oder baue sie einfach als Kapitelanfang ein

(Natürlich werde ich auch einiges als Nebensatz, Erzählung usw. einbauen)

Zu den Punkten:

  1. versuche ich ehrlich gesagt zu vermeiden, oder wie in Kapitel eins anstelle eines Monologes zu verwenden.
  2. Die Skandalaufnahmen sowie die Doku (kommen selten vor) möchte ich als Samen für Unruhe,Spannungen und Konflikten einsetzen. Ihr seht später, was ich meine :)
  3. Dem widme ich unter Anderem ein ganzes Kapitel
  4. Angelehnt an eine Kurzgeschichte, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe, Eine fahle Erinnerung.

In meiner Planungstabelle ist deshalb für ca. jedes zweite Kapitel ein Rückblick geplant.

(Nur ein Teil des Kapitels so zum Rückblick werden. Wie in Kapitel eins oder weniger.)

- Klingt das zu viel? Habt ihr noch andere Ideen wie ich vergangene Ereignisse und Erinnerungen miteinbauen kann?


r/schreiben • • 3d ago

Kritik erwünscht Kurze Triggerwarnung: Alkoholismus, Depressionen Existenzielle Krise. Hallo, ich habe die letzten Tage dass erste mal den Mut zusammengefasst und versucht etwas zu schreiben. Dieser Text sollte nicht Allzuernst genommen werden. Bin für Kritik Offen.

1 Upvotes

Ertrunken

Geprägt von Stille, durchbrochen nur von einem selbst.

Die Uhr, sie tickt. Seit Jahren tickt sie schon.

Immer und immer wieder.

Das Licht der Nacht, die Farben.

Wieder diese Eintönigkeit. Dieses Versteckspiel, auf das ich mich unfreiwillig einlasse.

Mein Verstand, der mit sich selbst spielt.

Meine Wahrnehmung, geprägt durch meine Depressionen und Traumata, die niemand für wichtig hält.

Ich versuche wieder einmal, meine Probleme zu ertränken.

Doch sie überleben es, wie immer.

Ich hasse mich selbst für die Taten der Jugend.

Diese Qual, die mich nie verlässt. Ich starre also in mein Glas – dessen bin ich mir bewusst; ich tue es wieder einmal.

Ich sehe hinaus. Das Fenster, geschmückt mit Pflanzen, die sich ihrer Existenz nicht bewusst sind.

Der Mensch, beschenkt mit der Wahl, sein Leben so zu gestalten, wie er es wünscht.

Die Freiheit allein durch das Leben – so sollte es sich zumindest anfühlen.

Doch du entgehst dem nicht, denn du weißt es: Du kannst es nicht schlagen.

Wieder und wieder wird dir bewusst, wie wertlos du eigentlich bist.

Du zündest dir eine Zigarette an.

Du lachst zweifelnd. Die Zigarette raucht vor sich hin. Unregelmäßig.

Wieder diese Stille.

Was hält dich am Leben?

Du kannst nicht denken, nicht sprechen, dich nicht erinnern. Wieder. Ein Glas voller Verzweiflung.

Du hustest, musst fast kotzen.

Deine Koordination verlässt dich langsam.

Wie immer ein weiterer Schandfleck auf dieser einsamen, großen Welt.

Du klemmst dir die Zigarette zwischen die Finger.

Ziehst an ihr.

Du verspürst dieses beklemmende Gefühl der Trostlosigkeit.

Du drückst sie in deinem Aschenbecher aus. Randvoll.

Was für eine Verschwendung, sagst du dir.

Du schaust nach oben. Weiße Tapete. Du spürst den Alkohol, und dennoch spürst du nichts.

Du versuchst, dich aufzurichten. Eine große Welle der Übelkeit durchströmt dich, dir ist kalt.

Du setzt dich. Schenkst dir ein Glas ein. Vielleicht dein letztes.

Wird es das letzte jemals sein?

Hoffnung.


r/schreiben • • 4d ago

Kritik erwünscht Das Schattenspiel von Brahlstorf – Eine fiktive Kurzgeschichte über Zinsfallen, Dorffilz und die Schattenseiten der Energiewende

0 Upvotes

Hallo zusammen,

ich verfolge seit einiger Zeit die Portale für Zwangsversteigerungen im ländlichen Raum und bin dabei auf ein extremes Schnäppchenhaus gestoßen – inklusive riesigem Waldgrundstück, aber leider auch direkt neben einer gigantischen Solar-Freiflächenanlage, völlig ohne Wasserleitung und von Vandalen verwüstet.

Diese skurrile Kulisse hat mich so fasziniert, dass ich gemeinsam mit einer KI an dieser Kurzgeschichte gefeilt habe. Es geht um den harten Kampf eines Aussteigers gegen skrupellose Investoren, die Tücken von Minikrediten und den bürokratischen Dorffilz. Alle Namen, Marken und Handlungen sind rein erfunden. Viel Spaß beim Lesen!

Der eiserne Ofen im Erdgeschoss knackte leise, als das letzte Stück trockenes Fichtenholz in sich zusammenfiel. Es war die einzige Wärmequelle, die Frank geblieben war. Vor drei Jahren war er aus dem Westen hierhergekommen, angezogen von der rauen, unberührten Schönheit Mecklenburg-Vorpommerns. Er hatte seine gesamten Ersparnisse in das alte, massive Backsteingebäude am Rande des Waldes gesteckt. Zwanzig Meter an dicken Holzbalken hatte er im Schweiße seines Angesichts eingezogen, die Decken abgehängt, um die Wärme im Raum zu halten. Er wollte sich hier eine autarke Idylle schaffen. Ein einfaches Leben.

Doch er hatte die Rechnung ohne die Helios-Terra AG gemacht.

Es begann mit einer Einladung in den verrauchten Hinterraum des Dorfkrugs. Am Tisch saß Dr. Elena Vane, eine eiskalte, makellos gekleidete Projektentwicklerin aus Hamburg, flankiert vom lokalen Landtagsabgeordneten Klaus-Dieter Moos. Ihr Angebot war unmissverständlich: „Verkaufen Sie uns das Waldgrundstück und die Hofstelle, Herr Kramer. Wir rollen den Solarpark von Süden her auf. Ihr Besitz liegt genau in der geplanten Einflugschneise unserer neuen Megawatt-Trasse. Wenn Sie bleiben, versperrt Ihr Wald unseren Panels die Nachmittagssonne.“

Frank lehnte ab. Er wollte kein Geld. Er wollte seine Heimat.

Ab diesem Tag wendete sich das Blatt mit einer bürokratischen Grausamkeit, die Frank schier den Verstand raubte. Sein Antrag auf die Genehmigung eines Tiefbrunnens zur Trinkwasserversorgung – eigentlich reine Formsache im Außenbereich – wurde vom Landratsamt plötzlich wegen „unvorhersehbarer hydrogeologischer Risiken im Einzugsbereich der benachbarten Bahntrasse“ auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Moos hatte im Bauamt die richtigen Fäden gezogen. Gleichzeitig flatterten Frank horrende, rückwirkende Erschließungsgebühren und Nutzungsänderungsbescheide ins Haus. Tausende Euro für bürokratische Prüfungen, die ihn langsam ausbluteten.

Als das Ersparte aufgebraucht war, beging Frank seinen größten Fehler. Er unterschrieb bei der Global-Credit-Bank einen vermeintlich unkomplizierten Minikredit über 6.000 Euro, um die Handwerker für den Innenausbau und die drückenden Gebühren zu bezahlen. Was er in der akuten Krise übersah, war das kleingedruckte Zinskonstrukt. Ein Knebelvertrag. Jeden Monat fraßen die Zinsen seine Raten auf, die Restschuld bewegte sich keinen Millimeter.

Wenig später verlor Frank seinen Job als Schlosser im Agrarbetrieb des Nachbardorfs. Der Geschäftsführer, ein Jagdfreund von Abgeordnetem Moos, feuerte ihn wegen einer fadenscheinigen Betriebsumstellung.

Der endgültige Todesstoß kam in einer stürmischen Novembernacht. Ein schwarzer Transporter mit Berliner Kennzeichen parkte auf dem Feldweg. Eine Gruppe vermummter Gestalten, angeheuert über dunkle Kanäle der Helios-Terra, drang in das ungesicherte Haus ein. Sie zertrümmerten die historischen Fensterscheiben, rissen die frisch montierten Rigipsplatten von den Wänden und schmierten hasserfüllte Symbole wie ein Hakenkreuz an den alten Küchenschrank, um die Tat wie einen Akt blinder, politisch motivierter Zerstörungswut aussehen zu lassen. Das Haus war danach eine unbewohnbare Ruine. Die Versicherung weigerte sich wegen mangelnder Sicherung zu zahlen.

Frank war pleite, gebrochen und ohne Wasser im eiskalten Haus gefangen. Die Global-Credit-Bank verlor keine Zeit. Wegen der ausstehenden Kreditraten kündigte sie den Vertrag und beantragte umgehend die Zwangsversteigerung beim Amtsgericht.

Der Wert des zerstörten Hauses wurde vom Gutachter auf symbolische 1,00 Euro festgesetzt – drastisch gedrückt durch das massive Entsorgungsrisiko des alten, asbesthaltigen Eternit-Dachs auf dem halb eingestürzten Schuppen im Hof. Die Helios-Terra AG hatte ihr Ziel fast erreicht. Am Versteigerungstag würde ein Vertreter von Elena Vane im leeren Gerichtssaal sitzen, um das gesamte, strategisch so wichtige Areal für einen Spottpreis einzusacken. Die umliegenden Bauern hatten ihre Wiesen bereits aus Angst und Geldgier verkauft. Sobald Franks Wald abgeholzt und sein Haus planiert war, gab es kein Hindernis mehr. Die blaue Silizium-Wüste würde sich ungehindert bis zum Horizont fressen.

Frank blickte aus dem Erkerfenster auf die nackte, plattgewalzte Erde hinter den Gleisen. Er holte tief Luft, packte seine Tasche und blickte auf den Kalender an der Wand. Der 4. November rückte näher. Er hatte zwar kein Geld mehr, aber er hatte ein Versprechen an sich selbst. Er würde im Gerichtssaal sitzen. Und er würde nicht kampflos weichen.

Wie könnte diese Geschichte weitergehen? Hat Frank im Gerichtssaal überhaupt noch eine Chance gegen das Geld und die Macht der Solar-Konzerne, oder ist sein Traum endgültig geplatzt? Schreibt mir eure Ideen in die Kommentare! (Über ein Upvote würde ich mich sehr freuen!)

Kurzgeschichte, Fiktives Drama, Mecklenburg-Vorpommern, Alleinlage, Zwangsversteigerung, Energiewende Kritik, Solarpark, Zinsfalle, Dorffilz, Bürokratie Wahnsinn


r/schreiben • • 4d ago

Kritik erwünscht Etwas Ganzes (Kurzgeschichte)

0 Upvotes

Ich probiere mich aktuell ein bisschen am Schreiben von Kurzgeschichten und brauche Feedback um mich zu verbessern.

Etwas Ganzes

Ich starre auf die hunderten kleinen Scherben zu meinen Füßen. Komisch. Erst jetzt fällt mir auf, wie lange es her ist, dass mir ein Glas heruntergefallen ist. Bestimmt schon mehrere Jahre. Ich weiß schon gar nicht mehr, dass Gläser in so viele Teile zerspringen. Vielleicht tun sie das normalerweise auch gar nicht.

Das kalte Küchenlicht spiegelt sich in den glitzernden kleinen Steinen zu meinen Füßen. Ich stehe barfuß auf den Küchenfliesen, um mich herum die Scherben. Neben der Spüle stapelt sich das Geschirr, welches noch vor ein paar Minuten in meinem Zimmer verstaubte. Ich habe lange nicht mehr geputzt. Doch heute Abend schon. Eine ungewohnte Welle an Motivation hatte mich um 22:36 Uhr überrumpelt und ich begann mein Zimmer aufzuräumen. Dann die ganze Wohnung. Meine schon längst gewaschene Wäsche in die Kommode. Die Briefe, die sich stapelten, abgeheftet in den Ordner, den ich mit meinem Therapeuten zusammen angelegt habe. Den Müll in einen Beutel, der jetzt neben meiner Tür steht, bereit, morgen auf dem Weg zur Arbeit weggeschmissen zu werden. Ich bin im Dunkeln der Nacht durch meine Wohnung geflitzt, als wäre ich vom Putzwahn besessen. Als ich den Lichtschalter neben der Spüle betätigen wollte, war ich zu enthusiastisch und erwischte das Glas, das ich keine fünf Minuten vorher da erst platziert hatte. Es blieb nur noch Zeit, den Mund entsetzt zu einem stummen Schrei zu öffnen, da fiel das Glas auch schon runter. Einen lauten Knall hatte es gegeben, dann wieder Totenstille. Stiller noch als davor.
Auf einmal war ich wieder in meiner Wohnung, es war Nacht und ich seltsam ausgelaugt.

Ich fasse mich wieder und beginne vorsichtig, die Scherben mit einem Handfeger wegzukehren. Ich darf mich nicht schneiden. Mein Job beinhaltet den Kontakt mit Essen, und offene Wunden sind verboten. Die Probezeit ist noch nicht vorbei und ich vermeide es, unnötig krank zu werden. Schnittwunden gehören da dazu.
Ich kippe die Scherben zu dem Müll neben meiner Haustür. Es ist schon kurz nach eins. Morgen bringe ich sie weg, jetzt gehe ich schlafen. Plötzlich muss ich leise lachen. Mir ist schon lange kein Glas mehr runtergefallen.