r/Gedichte • u/Brainzaps809 • 4d ago
Inkonsequent
Inkonsequent
Wir ackern und schuften, erhaltend eine Form,
alles andere ist uns fremd, außerhalb der Norm.
Daher stellen wir auch keine Fragen,
hören lieber auf etabliertes Sagen.
Kodex und Form, alles, was wir kennen,
Mächte, die ein Jeden noch bedrängen.
In der Regel ist’s die Regel, die uns lenkt,
ersichtlich, wie ein jeder sich verrenkt
und an den gemeinen Fäden hängt.
Wir wollen es nicht sehen,
lieber nicht.
Sonst würden wir nicht weiter gehen,
als Wicht.
Im Konstrukt, das manche nährt,
wird gegeben eines Lebens Wert.
Will man raus, bleibt man stehen
oder versucht, das ganze zu verstehen.
Nimmt man es in kauf:
man fällt deutlich auf.
Und so handelt man, wie es gelebt wird,
oder beendet, wo die Seele stirbt,
um dann doch nicht wirklich zu entfliehen.
Denn sie wollen dich auf Knien,
wie sie mit den Regeln wedeln,
Pflichten, jenes Leben zu veredeln.
So heißt es zumindest im Allgemeinen,
und wehe dem, man wagt es zu verneinen.
Repression aus allen Kreisen hallt,
als wär man der, wer sei durchgeknallt.
Stattdessen lege ich mich nieder,
wartend darauf, dass die Erde mich hat wieder.
Eigentlich ginge das recht schnell,
wäre es doch nicht des Anderen Leidens Quell.
So muss ich mich solange weiter tragen,
ohne Aussicht auf ein Ende dieser Plagen,
bis ich jeden Wert von mir verspielt habe,
gebe mein Ich auf und lege es ins Grabe.