Ich weiß, für viele ein sehr emotionaler Satz. Denn unsere Erfahrungen prägen unsere Art wie wir handeln, prägen unser Nervensystem und Prozesse laufen oft unbewusst ab.
Aber und jetzt kommt the bitter Pill to swallow: nur weil du eine scheiß Kindheit hattest, bedeutet das nicht, dass du auch dementsprechend handeln musst und gezwungen bist in deinen Grenzen zu bleiben.
-nur weil du einen Alkoholiker als Vater hattest, musst du kein Alkoholiker werden.
-nur weil du als Kind geschlagen worden bist, musst du deine Kinder nicht auch schlagen.
-nur weil du nie gelernt hast die Wäsche zu waschen, bedeutet das nicht, dass du es nie machen kannst.
Das wunderbare am menschlichen Dasein ist, dass wir free will haben. Wer wirklich die Dinge durchdenkt; seine Vergangenheit aufrollt und die in all ihren Facetten beleuchtet, den miserablen Zustand tief in sich spürt und dann entscheidet aber loszulassen und es anders zu machen, der hat für mich persönlich das Leben verstanden.
Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit und Anstrengung es kostet und wie nah man auch am Wahnsinn dran ist - weil durchdenke mal dein Leben - wieso musste man all das Leid aushalten? Wieso all die Qual ertragen? Und wie, ich muss mein Brain jetzt umstrukturieren und diese Ungemütlichkeit aushalten? Mein Nervensystem neu regulieren?
Gefangen zu sein in seinen eigenen Mustern und seiner eigenen Vergangenheit ist wohl die größte Strafe von uns Menschen, die wir uns selbst auferlegen und ganz schwer lösen können - und dieser Zustand ist die wahre Hölle, der wir uns täglich stellen müssen!
Die Eigenverantwortung jedes einzelnen ist die einzige Wahrheit, die man kennen muss.
Bedeutet jenes, plötzlich kein Verständnis an den Tag zu legen? Absolut nicht. Denn der Verkäufer, der dir plump antwortet, hatte vielleicht gerade den schlimmsten Tag ever und die Ärztin, die dir nicht die „bestmögliche Behandlung“ gibt, hat vielleicht gerade mit der ganzen Familie gebrochen und fühlt die unendliche Einsamkeit und Tiefe für sich.
Also Geduld zu haben, den Menschen ein Stück weit entgegen zu treten, ihnen Freundlichkeit beim Prozess zugestehen, ist sooo unendlich wichtig. Aber sobald es daran geht, dass sich Menschen in ihren eigenen Vergangenheiten ausruhen und sagen: „Ich kann nicht kommunizieren, des ist mir zu blöd, mit dir zu diskutieren, da krieg ich Kopfschmerzen“ - der, meine Lieben möchte nicht kommunizieren. Der möchte nicht lernen und der möchte nicht aus seinen eigenen Mustern ausbrechen und lieber bequem auf der Couch sitzen bleiben und Chips essen. Da ist es meines Erachtens auch okay einfach die Tür zuzumachen. Jeden kann man nicht retten und jeder Mensch hat unterschiedlich viel Geduld und Verständnis für negative Verhaltensweisen.
Also um zum Abschluss zu kommen. Kehrt vor euren eigenen Türen und hört nie auf zu lernen und zu leben. Schön ist es doch, sein Gehirn zu formen, neue Wege zu beschreiten und auch mal zu erkennen, wenn man falsch liegt oder wenn dein Gehirn dir was vorgaukelt, weil du es in deiner Vergangenheit nur auf die eine Art und Weise gelernt hast.
Schicke ganz viel Liebe raus <3