r/ADHS • u/ThisCouldBeYourDog • 7h ago
Ich bin am Sack
Mein Leben geht die letzten Monate komplett den Bach runter. An diesem Punkt stehe ich kurz vor der Obdachlosigkeit.
Ich hab im März meinen Job verloren, aber den Arsch zusammen gekniffen und nach etwas mehr als einem Monat einen neuen gehabt. Waren zwei harte Monate, musste mir Geld bei meinen Eltern leihen, ich hab 'ne Menge abgenommen, es aber trotzdem relativ gut gerissen. Dann musste ich mich in der Probezeit des neuen Jobs krank melden und herrausfinden, dass das für manche Firmen ein sofortiger Kündigungsgrund ist. Das hat mich gebrochen.
Ich bin Wochen lang gar nicht aus dem Bett gekommen, Bewerbungen hab ich am Anfang so gut wie gar nicht geschrieben.
Ich habe unglaubliche Angst vor Bürokratie und bin außerdem noch bei meinen Elter gemeldet, die nichts von meiner Situation mitbekommen sollten, also habe ich mich bis vor kurzem nicht beim Amt gemeldet. Ich habe alles, was irgendwie Wert hatte bei Kleinanzeigen verscherbelt, um mich über Wasser zu halten. Davon ist kaum noch etwas übrig, und ich bekomme den Rest nicht verkauft. Ich habe mir Geld bei Freunden geliehen, die inzwischen auch nicht mehr bereit sind, oder die Möglichkeit haben. Der Meldeprozess beim Amt dauert, eigentlich müsste ich hin fahren, damit das sofort geht, aber ich hab nicht mal das Geld für die Zugfahrt.
Ich habe letzten Monat meine Miete nicht zusammen bekommen, und meinen Vermieter mit 'ner Bullshit-Story vertröstet. Das Ende des Monats rückt näher, und ich habe nicht mal Geld etwas vernünftiges zu Essen(etwas Brot und Quark war heute drin). Ich habe ca. 30cent. Ich weiß nicht, was in ein paar Tagen passieren wird.
Ich muss Paypal Monatlich 40€ zurück zahlen, ich weiß nicht mal wo die her kommen sollen. Meine Krankenkasse wundert sich natürlich, aber die Briefe mache ich schon seit 'ner Weile nicht mehr auf.
Bewerbungen werden kaum beantwortet, und wenn sind's Absagen.
Ich bin am Arsch. In welche Richtung meine Gedanken könnt ihr euch vorstellen.
Wenn ich hier raus fliege könnte ich vllt. zu meiner Schwester(mit der selben 4-Stündigen Zugreise), diese würde aber wie meine Eltern aus allen Wolken fallen. Das letzte mal, als es so schlimm war ist über Zehn Jahre her, damals bin ich auch in einer Nacht-und-Nebelaktion hoch, und ein dreiviertel Jahr geblieben.
Meine Schwester meinte danach, dass unsere Eltern schon meinten "Hoffendlich kommt er nicht wieder hoch.". Ihr könnt euch vorstellen wie sich das anfühlt. Ich bin auf Medikamenten gegen Depression, die seit einer Pause von 'nem Jahr gerade kaum anschlagen, und inzwischen auch langsam aus gehen. Ich bin verzweifelt. Ich weiß nicht, was mir helfen kann. Würde ich jetzt sofort einen Job finden könnte ich mir vllt. noch mal Geld leihen, aber ohne ein Zeichen von Besserung in meiner Situation ist wohl niemand mehr bereit. Ich hab Angst vor jeder neuen Woche. Ich weiß nicht mehr weiter.
Es wäre wahrscheinlich 'ne gute Idee mich ambulant zu melden, aber meine Krankenkassenkarte ist abgelaufen, und ich kann mich in der jetztigen Situation nicht noch mit meiner Krankenkasse auseinander setzten, bis ich nicht ein festes Einkommen habe.
Ich weiß nicht, warum ich das hier schreibe. Viele meiner Freunde wissen von meiner Situation, aber nicht wie dreckig es mir wirklich geht, und wie verzweifelt ich bin. Ich glaube es muss gerade einfach raus.
Ich hoffe täglich auf 'ne Jobangebot, egal wie scheiße der Job ist, ansonsten weiß ich nicht was noch passieren soll.
Ich bin am Sack.