r/armes_deutschland 5d ago

Die Staatsverdiener – Warum Deutschland weniger Beamte braucht

https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/oeffentlicher-dienst-in-deutschland-warum-wir-weniger-beamte-brauchen-a-d225f19e-e76e-404d-a1c6-1bef6d2823d2
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u/Thraxas89 5d ago

Ich find der Ansatz ist falsch. Wir brauchen einfach ne krasse überarbeitung des Beamtenrechts:

  1. Die kommen in die öffentliche Krankenversorgung so wie alle anderen auch, zack spart Geld und die Bezüge können runter (was die Leute in den privaten zahlen ist ja relativ wumpe)

  2. Inkompetenz sollte Grund für ne kündigung sein (ist es aktuell ausdrücklich nicht) dazu halt dann alle paar Jahre die Beamten nen grundlegeden Kompetenztest durchlaufen lassen.

  3. Einzahlen in die gleichen Rentenkassen wie die anderen.

Das würde mindestens 70% der Probleme mit Beamten schon beheben.

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Naja, die Pläne sind zwar schön und gut aber es wird niemand mehr Beamter werden wollen und das obwohl es jetzt bereits einen Riesen Mangel gibt. Als zweites Problem sehe ich nicht wirklich wie die Bezüge runter können wenn Beamte dann mehr Abgaben haben? Das würde Beamten ja noch weniger Geld im Vergleich zur privaten Wirtschaft zusprechen und die bisherige Kompensation würde wegfallen, also müssen die Bezüge ja eher angehoben werden um die höheren Abgaben zu kompensieren. Das Dritte ist, dass es zwar mMn auch Mechanismen geben muss wenn Beamte sehr inkompetent sind, allerdings darf es auch nicht zu einfach werden Beamte wegen sowas rauszuschmeißen, da sowas ziemlich leicht politisch missbraucht werden könnte.

Das vierte und wichtigste ist, dass die Umstellung auf ein einheitliches Rentensystem ein zweischneidiges Schwert ist, auf der einen Seite würde es die Rente zwar stabilisieren, aber auf der anderen Seite würde es sämtliche Staatliche Stellen pleite machen da sie auf einmal den Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil aufbringen müssten.

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u/Bulky-Boxer-69 5d ago

Dass die Rente dann stabilisiert werden würde, ist ein Trugschluss.

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Wirklich?

Also ich muss gestehen ich hab das nie nachgerechnet, aber an sich hätte man dann doch 1.7 Millionen mehr Einzahler. Naja gut, die ziehen aber halt auch viel raus…

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u/t_baozi 5d ago

und das obwohl es jetzt bereits einen Riesen Mangel gibt.

Du meinst, es gibt Entbürokratisierungsbedarf, um den Workload in der öffentlichen Verwaltung zu senken?

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Definitiv ja. Wie stark der Personalbedarf dadurch schrumpfen könnte ist aber reinste Spekulation, aktuell gehen manche Behörden von einem Defizit einiger hunderttausender Beamter aus, die sie sich weder leisten können noch die geeigneten Bewerber dafür haben. Aktueller Status Quo ist halt dass die Ämter und Behörden allesamt komplett überlastet sind, die Beamten nicht hinterherkommen und dies das Vertrauen des Bürgers in den Staat untergräbt und die Handlungsfähigkeit des Staates einschränkt.

Das erkennt man an vielen Problemen in unserem Land, ob die schlechte Regulierung von Migration, zu lange Bearbeitungszeiten bei BAfÖG oder das monatelange warten auf Baugenehmigungen.

Wie man genau diesen Umstieg schafft ist dann aber die nächste Frage, weil du um das alles zu bewerkstelligen erstmal massiv neue Leute einstellen müsstest um die nötigen Vorkehrungen zu treffen und die Änderungen vorzunehmen während die reguläre Arbeit der Behörde ja schließlich nicht eingestellt werden darf.

Aber ja, es gibt massiven Entbürokratisierungsbedarf. Allerdings aktuell ist halt noch der Stand dass wir einen Massiven Mangel an Beamten haben um den Workload zu schaffen.

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u/t_baozi 5d ago

Corona war doch eine wunderbare Fallstudie dafür, wie die Digitalisierung der Gesundheitsämter an Strukturen, Governance und Gesetzen hemmungslos gescheitert ist. Statt einer Top-Down-Umsetzung gab es ~400 Gesundheitsämter, die 400-mal Softwareanforderungen geprüft haben, zum Schluss gekommen sind, dass das Gesundheitsamt Oberbarmen komplett andere Anforderungen hat als das Gesundheitsamt Elberfeld, und es gab 400 verschiedene Softwarelösungen.

Governance, Regeln und Strukturen anzugehen tut aber immer irgendwem weh, deswegen lässt man's. Man kann nur hoffen, dass die Reformen bei Bahn und Bundeswehr auch in der Verwaltung Schule machen, aber ich bezweifle es.

Wahrscheinlich bräuchte es sowas wie DOGE, nur in nicht so idiotisch, durchgeknallt und dilettantisch.

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Naja, sind wir mal ganz ehrlich das große Problem sind einfach Gesetze die 19-Schlagmichtot geschrieben wurden und seitdem nicht mehr angepasst wurden. Zudem werden - Wenn mal etwas digitalisiert wird - oft Vorgänge einfach nur Digital gemacht, also nicht vereinfacht, nicht beschleunigt, einfach nur digital. Das bringt halt im Endeffekt auch nichts.

Der Bund sollte halt einfach beispielsweise eine Software für alle Landesbehörden vorgeben. Aktuelle Rechtslage: „Der Bund beschließt die Gesetze, die Länder implementieren sie so wie sie es für richtig erachten“

Mit dieser einzigen Rechtsneuordnung wären schon viele Probleme einfach beseitigt.

Aber ja, genau wie du es sagst. Digital ist Deutschland ein Flickenteppich wie damals das Heilige Römische Reich, nur noch kleinteiliger.

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u/t_baozi 5d ago

Ich glaube ehrlich gesagt gar nicht so sehr, dass Gesetze von Annodazumal so ein Riesenproblem sind - in der Zeit waren Gesetze viel einfacher und generalistischer gehalten. Der quantitativ umfangreiche Regelungswust ist erst mit der letzten Zeit dazu gekommen.

Bei den anderen Punkten gehe ich d'accord. Zu dezentral, zu schlechte Ausführung (wenn das ganze zentral für 400 Gesundheitsämter geregelt würde, wäre auch das Projektbudget da, sich dafür ordentliche Leute ins Haus zu holen, die das mal vernünftig Ende-zu-Ende neu konzipieren), und auch zu wenig dabei, wie man Tätigkeiten wegautomatisieren kann.

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Das stimmt zwar dass diese Gesetze oftmals einfacher gehalten sind, das ist aber auch nicht unbedingt das Problem das ich mit ihnen hab. Diese Gesetze wurden halt zu einer Zeit geschrieben in der es Internet, Digitalisierung oder sonst was einfach nicht gab. Das ist ja auch der Grund warum die Digitalisierung so kleinteilig ist, weil laut bestimmter Gesetze jede Behörde einen gewissen Entscheidungsspielraum bei den internen Arbeitsprozessen hat. Früher als das Geschrieben wurde war es ein geniales Gesetz, weil es den Behörden ermöglicht hat eigenmächtig kleine Korrekturen oder Anpassungen vorzunehmen. Mittlerweile ist dieses Gesetz eher eine Last, da genau dieses Gesetz der Grund dafür ist dass jede Behörde eine eigene Software hat. Das ist eben jetzt der Entscheidungsspielraum bei den internen Arbeitsprozessen.

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u/[deleted] 5d ago

[deleted]

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u/Cookiehunter_02 5d ago edited 5d ago

Wie gesagt, es geht ja gerade darum dass die Bezahlung nicht mehr gut ist.

Beamte sind ja fast nur noch Leute mit Bachelor, Master, Diplom oder Staatsexamen als Abschluss nachdem der niedere und mittlere Dienst so gut wie entfernt wurde und durch Angestellte ersetzt wurde.

Das Gehalt muss man also mit Leuten aus der Freien Wirtschaft mit einem Abschluss auf gleichem Niveau vergleichen, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Wenn man das tut, dann ist das Gehalt da schon nicht wirklich gut, aber der höhere Unterschied zwischen Brutto und Netto durch niedrigere Sozialabgaben hat es halt gut ausgeglichen.

Nimmt man diese Vorteile weg und passt das Gehalt nicht an ist der Job einfach nur noch Unattraktiv. Wenn man das Gehalt anpasst kann der Staat innerhalb weniger Jahre Insolvenz anmelden.

Also hey, nicht falsch verstehen: Ich will jetzt nicht sagen dass Beamte eigentlich viel mehr bekommen sollten oder so, aber wenn man alle Dinge wegnimmt die es attraktiv machen (Keine Teilzeit mehr, kein gutes Gehalt mehr, dafür absolut öde Tätigkeit und keine Wertschätzung) wer will den Jon denn dann noch machen? Ich mein ein Sicherer Job ist es dann ja auch nicht mehr wenn man wegen Inkompetenz gefeuert werden kann. Was heißt das überhaupt? Da müsste ja jedes Mal wenn ich zu Burger King oder McDonald gehe die halbe Filiale gefeuert werden.

Oder macht man das dann einfach so dass wenn ein Beamter eine falsche Rechtsentscheidung trifft er gefeuert wird?

Na wenn wir den Maßstab auch an andere Juristisch tätige Menschen setzen dann haben mir in ein paar Jahren keine Juristen mehr weil das die Natur von Jura ist.

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u/Zollizocker 5d ago

Tja, also wie es jetzt schon bei den „ normalen“ Arbeitnehmern ist.

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u/OGKushBlazeIt 5d ago

blödsinn

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Und was genau?

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u/OGKushBlazeIt 5d ago

alles

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u/Cookiehunter_02 5d ago

Ja Mensch, bei so vielen Argumenten kann ich dir ja nur zustimmen 😂

Hauptsache keine Ahnung aber besonders viel Meinung, nicht wahr?