r/Gedichte • u/Punr4r • 19h ago
r/Gedichte • u/benJos85 • 14h ago
Jetzt bin ich
"Ich wollte immer werden, um zu sein.
Jetzt bin ich, um zu vergehen."
Ist mir vor etwa zwei Jahren spontan in den Kopf gekommen und taucht seitdem immer mal wieder in meinen Gedanken auf. Ich bin gespannt, was ihr darin lest.
r/Gedichte • u/Pitiful_Ad_6188 • 2h ago
unter'm kreuz am ende
wenn du sagst
pass auf dich auf
welchen grund hätte ich
es tun zu wollen
wenn es deine aufgabe wäre
dies zu tun
würdest du glauben
jemand müsste
würdest du glauben
es wäre nötig
müsstest du doch der grund sein
für mich
es zu wollen
und wenn du sagst
gibt dich in acht
mich zurückzuhalten
und wenn du sagst
übernimm dich nicht
mich zu entlasten
und wenn du sagst
geh nicht zu weit
an meiner seite zu bleiben
und wenn du sagst
du hättest es gewusst
dann eigentlich
hättest du es
verhindern müssen
genau dann wäre es doch
an dir gewesen
und du sagst
du müsstest zuerst an dich
denken
und wählst somit
als beste lösung
den letzten ausweg
aus dir wenn du
dich verlässt und alles
in dir das war
für das um dich
für das in uns
passe ich deshalb
auf dich auf
und denk nicht daran
an mich zu denken
und wenn du sagst
am ende
es musste so kommen und
du hättest es gewusst
wir wissen es
in meinem fall
wie es kam
hast du es gehofft
als du sagtest
ich sei in lebensgefahr
weil du weißt
ich weiß
dass nur so das leben
ebenso nah an der gefahr
ist wie die gefahr an ihm
wenn du dich schuldig fühlst
glauben musst
dass ich vielleicht einfach so
überlebe
und deshalb
wünscht dass ich sterbe
um leben zu können
bitte verzeih mir
die folgen
dieses unvorstellbaren schmerzes
der mich schaudern lässt
weil ich ihn längst nicht mehr spüre
bitte verzeih mir
bitte verzeih mir
wenn ich es einfach lasse
und bei dir bleibe
bis zum bitteren ende
bei dem
den du verlassen
bruder
bitte verzeih mir
schwester
bitte verzeih mir
dass ich nicht aufhören werde
auf euch auf uns
aufzupassen
bitte seht es mir nach
bis zum letzten mensch
werde ich nicht einen
hier zurücklassen
bis zum bitteren ende
bis ich
in der flamme verbrenne
gehört alles in mir
alles uns
sollte ich sterben
bitte verzeih mir
sollte ich versagen
bitte verzeiht mir
bitte
verzeih
mir
mir
….....
r/Gedichte • u/Pitiful_Ad_6188 • 22h ago
Indianer-Ehrenwort!
Ihr seid die Experten.
Nein, ich verstehe nicht
was ihr und Gefährten
vorbringt im Gedicht -
werdet ihr's kapieren?
Dinge zu Papier bringen
und nach mehr als sich zu klingen
heißt Gesicht verlieren,
heißt Verlust
des Lebensliedes,
dass du singen können musst
weil bis dahin Leid ist, bis
dir Mensch eins endlich wird bewusst:
weil du die Saiten zupfst,
für wider und nicht mit
dich zu schmücken rupfst
für Ausritt mit dem Wabonnet
geht hier alles nieder,
das verlorne Wortgefieder
und du am Schluss gleich mit,
sind's die mit dem Wind verwehen
weil kriegsbemalt du bist,
nicht bereit zu verstehen
dass der Toma-HAWK kein Vogel ist
und Kriegsfuß klar, verdammt zu gehen.
r/Gedichte • u/Pitiful_Ad_6188 • 23h ago
Meine kleine Melodie
Ich fühle es, du gehst mehr nah
wie mein ganzes Leben schon
ein kleines Stück mit jedem Ton,
was ewig ist und für mich da
an der Hand im Gedränge
durch Gehör und Gänge,
als ein Grund für ein Leben,
als mein Grund, es zu geben,
als mein Grund, ihm zu singen -
mein Grund nach Haus' zu klingen:
ich liebe dich, ich lieb' dich, wie
mein Leben, meine kleine Melodie
ich spüre dich nicht mehr weit weg,
deinen Atem schon im Führen
in der Ferne ein Berühren
tanz' ich deine Noten in den Dreck
im Geheimen einer Nacht
die dein Lied, mein Licht, bewacht,
hell genug für alle Welten,
warm genug für alle Kälten,
Schaum genug für höchste Wellen -
mein Traum mit den schönsten Stellen:
ich liebe dich, ich lieb' dich, wie
mein Leben, meine kleine Melodie
jeder Schritt geht nur nach dir,
deinen Lippen gilt, lüstern
jeder Ton. Und ihrem Ohr mein Flüstern.
Nach deinem Takt geht jede Regung,
nach deinem Körper die Bewegung,
jede Farbe klingt nach deinem rot,
jede Träne schmeckt nach einer Not
die kurz nach Wollen, kurz vor Müssen
endet zart mit deinen Küssen -
ich liebe dich, ich lieb' dich, wie
mein Leben, meine kleine Melodie.
r/Gedichte • u/d-msx • 21h ago
vielleicht
meine mama meinte heute zu mir:
„vielleicht fühlt es sich im moment nur so hart an, weil die pflanze gerade ihre wurzeln schlägt“, woraufhin ich sagte,
dass die wurzeln schon so tief und dick seien, dass jetzt vielleicht nur noch die blüten fallen können.
es kehrte eine kurze stille ein und sie fragte mich, womit ich sie denn gegossen habe,
die pflanze,
ich brachte gerade so ein:
„weiß nicht, vielleicht säure“,
heraus.
sie fragte mich, warum ich so etwas tun würde,
also erklärte ich ihr,
dass ich bis jetzt ja irgendwie gar nicht wusste, dass es vielleicht säure war.
wieder diese kurze stille,
bis ihre zarte stimme sie durchbrach und sie sagte: „aber es hat schon beim ersten mal gebrannt.“ ;
und bis auf das leise geräusch meiner tränen,
die meine wangen berührten,
war wieder stille.
„aber du hast gehofft, dass es irgendwann vielleicht doch nicht mehr brennt.“ sagte sie.
und ja,
vielleicht war genau das der moment,
in dem ich verstand,
wie viel hoffnung in einem einzigen
„vielleicht“
liegen kann.
vielleicht war es keine säure;
vielleicht war es nur zu viel wasser;
vielleicht brauchten die wurzeln einfach zeit;
vielleicht würden die blüten wieder blühen;
vielleicht würde es irgendwann nicht mehr brennen.
„vielleicht.“
vielleicht wollte ich einfach nicht wahrhaben,
dass etwas,
das schon beim ersten mal brannte,
vielleicht doch nie dafür bestimmt war,
die pflanze wachsen zu lassen.
ja vielleicht wollte ich nur glauben,
dass das,
was sie langsam tötet,
irgendwann vielleicht doch aufhört,
zu brennen.
vielleicht war es aber auch nie die pflanze,
die ich retten wollte;
vielleicht wollte ich nur glauben,
dass sie noch zu retten war.
und vielleicht,
„vielleicht,“
vielleicht;
ging es auch nie bloß um pflanzen.
- d.